Coltorti: „Das ist ein Dämpfer”

Coltorti: „Das ist ein Dämpfer”: Stimmen zum Spiel RB Leipzig vs. FC St. Pauli

Leipzig - Ralf Rangnick (Trainer und Sportdirektor RB Leipzig): „Ich habe zu Beginn des Spiels sehr viele gute Dinge gesehen, das war 30 Minuten lang unsere beste Saisonleistung. Danach haben wir nicht mehr die richtigen Mittel angewendet. Wenn man kurz vor der Halbzeit mit 0:1 in Rückstand gerät, ist das vor allem für den Kopf nicht einfach. Die Chance zu Beginn der zweiten Hälfte macht Davie Selke normalerweise. Das hätte uns geholfen, ins Spiel ...

Von Ullrich Kroemer 23.08.2015, 15:22

Ralf Rangnick (Trainer und Sportdirektor RB Leipzig): „Ich habe zu Beginn des Spiels sehr viele gute Dinge gesehen, das war 30 Minuten lang unsere beste Saisonleistung. Danach haben wir nicht mehr die richtigen Mittel angewendet. Wenn man kurz vor der Halbzeit mit 0:1 in Rückstand gerät, ist das vor allem für den Kopf nicht einfach. Die Chance zu Beginn der zweiten Hälfte macht Davie Selke normalerweise. Das hätte uns geholfen, ins Spiel zurückzufinden.

„Mit dem ersten Heimspiel gegen Fürth kann man das Spiel heute nicht vergleichen. Da hatten wir Glück, heute hatten wir Pech. Hätte Emil Forsberg bei seinem Pfostentreffer ein Tor erzielt, wäre das ein Traumtor gewesen. Aber wir haben die Chancen eben nicht gemacht. Wir hatten in der letzten Viertelstunde alles auf dem Platz. Aber sonderlich strukturiert sah das dann nicht mehr aus.”

Ewald Lienen (Trainer FC St. Pauli): „Wir haben nicht gut angefangen und hatten Riesen-Glück, dass wir in den ersten 25 Minuten nicht ein, zwei Gegentore gefangen haben. Wir haben die Räume zwischen Sechser-Position und Viererkette nicht gut besetzt. Dazu kam, dass, wenn wir den Ball mal gewonnen hatten, wieder in diese Räume hinein gespielt haben – ein Kardinalfehler. Da haben wir uns schläfrig und langatmig verhalten. Dass wir dann aus den engen Räumen herausgeblieben sind, die Außen genutzt haben, hat uns dann geholfen. Es gab einen Bruch im Spiel und wir konnten die Partie bis zur Halbzeit dominieren und den Führungstreffer erzielen.”

Yussuf Poulsen (Stürmer RB Leipzig): „Die ersten 20 Minuten waren gut. Wir haben Druck aufgebaut, waren richtig gut in den zweiten Bällen drin, haben viele Zweikämpfe gewonnen. Wir haben unsere Chancen einfach nicht genutzt. Der letzte Pass, der Abschluss, einfach der letzte Kontakt hat nicht gepasst.”

„Wir müssen daran arbeiten, dass wir kein Tor kriegen. Gegen Braunschweig haben wir das besser gemacht. Und wir müssen weiter daran feilen, wie wir gegen tief stehende Gegner agieren. Dass wir den Ball bei der Halbchance vor dem 0:1 nicht geklärt haben, war der Schlüssel. So konnte St. Pauli den Sieg verteidigen und wir mussten anrennen.”

Fabio Coltorti (Torhüter RB Leipzig): „Wir hatten 45 Minuten Zeit, die Aufholjagd zu starten. Wir haben alles versucht, aber St. Pauli stand gut, hat es uns schwer gemacht. Wir haben versucht, uns rein- und durchzuspielen. Wenn ein Tor fällt, wäre ich überzeugt gewesen, dass dann mit den Zuschauern im Rücken noch etwas gegangen wäre. Aber mit so viel ,wäre’ hat man nichts am Schluss. Das ist sehr enttäuschend, wir hatten ausverkauftes Haus mit einer super Ausgangslage. Das ist ein Dämpfer. Wir wollten das Spiel auch für die Fans gewinnen. Es ist außergewöhnlich, ein ausverkauftes Haus zu haben. Dass die Euphorie da ist, wissen wir schon lange.” 

„Die Mannschaften, die zu uns kommen, stellen sich perfekt ein und machen es uns schwer. Das ist ein Highlight-Spiel für die anderen. Aber wir hatten heute gute Chancen, Tore zu erzielen. Wenn wir ein Tor schießen, kommt das Vertrauen auf dem Platz zurück –die Mannschaft ist ja noch sehr jung mit den ganzen neuen Spielern.”

Tim Sebastian (Innenverteidiger RB Leipzig): „Die ersten 30 Minuten waren wir richtig gut. Das war genau das, was wir wollten. Wir waren komplett in der gegnerischen Hälfte drin, haben uns Chancen erarbeitet, viele zweite Bälle gewonnen, eine starke Restfeldverteidigung. Da hatte ich ein richtig gutes Gefühl auf dem Platz, dass da überhaupt nichts passiert. Da haben wir gezeigt, wie wir Fußball spielen können und wie wir die Paulianer heute hätten knacken können.” 

„Dieses Gefühl ist nach etwa einer halben Stunde irgendwie abhanden gekommen. Plötzlich waren wir nicht mehr so griffig, nicht mehr so bissig in den Zweikämpfen. Wir standen zehn, 15 Meter tiefer. Die Paulianer hatten mehr Ballbesitz und haben das auch ausgespielt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das Spiel kippt. Das ist dann ja auch eingetreten. Das Tor kurz vor der Halbzeit war die logische Folge. Womit es zusammenhängt, dass wir alle etwas passiv waren, kann ich nicht genau sagen. Ob es die Temperaturen waren oder ob wir uns gefragt haben, weshalb es mit dem Tor nicht klappt?” (mz)