„No-Show-Rate“

Bundesliga: Zuschauerzahlen deutlich niedriger als angegeben

Frankfurt/Main - Die Spiele der Fußball-Bundesliga werden seit Jahren von weniger Zuschauern besucht, als von den Vereinen offiziell angegeben. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf Zahlen der Wirtschaftsuniversität Düsseldorf. Danach hat der Junior-Professor Dominik Schreyer errechnet, dass die sogenannte No-Show-Rate bei Bundesliga-Spielen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ...

Fans des 1. FC Köln
Fans des 1. FC Köln dpa

Die Spiele der Fußball-Bundesliga werden seit Jahren von weniger Zuschauern besucht, als von den Vereinen offiziell angegeben. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf Zahlen der Wirtschaftsuniversität Düsseldorf. Danach hat der Junior-Professor Dominik Schreyer errechnet, dass die sogenannte No-Show-Rate bei Bundesliga-Spielen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist.

Dieser Wert bemisst den Anteil jener Fans, die trotz des Besitzes einer Dauer­, Tages- oder Freikarte nicht zu einem Spiel ins Stadion gegangen sind. Nach Angaben des Wissenschaftlers lag die No-Show-Rate in der Saison 2014/15 bei 9,24 Prozent, in der Saison 2015/16 bei 9,96 Prozent und in der vergangenen Spielzeit bei 10,53 Prozent. „Mittlerweile geht jeder neunte Ticketinhaber nicht ins Stadion“, heißt es in dem FAS-Bericht.

DFL setzt Zuschauerzahl mit Zahl

Die Deutsche Fußball Liga und die deutschen Proficlubs geben bei ihren Zuschauerzahlen die Anzahl verkaufter Tickets an und nicht die Anzahl tatsächlich im Stadion anwesender Besucher.

Ein Sprecher der DFL bestätigte der FAS, dass die No-Show-Rate bei den Zuschauerzahlen des jährlich veröffentlichten „DFL Reports“ nicht berücksichtigt werde. So lag die Auslastung der Bundesliga-Stadien in der vergangenen Saison laut „DFL Report“ bei 91,3 Prozent, nach den Berechnungen von Dominik Schreyer aber nur bei 82,3 Prozent.

„Es ist ein gewisser Trend zu erkennen. Und trotzdem sehe ich als Wissenschaftler die Zuschauer-Entwicklung in der Bundesliga derzeit noch nicht als besorgniserregend an“, sagte Schreyer. (dpa)