Boykott gegen RB?

Boykott gegen RB?: Wieso Fürths Fans trotzdem nach Leipzig fahren

Leipzig - Als RB Leipzig im vergangen Jahr in die neue Spielzeit startete, blieben die Anhänger des VfR Aalen dem Saisonauftakt in der Leipziger Red-Bull-Arena fern. Durch ihre Absenz begründete die überschaubare Aalener Fanschar einen Trend, den zahlreiche weitere Fangruppierungen nachahmten. Bei einem Großteil der Heimspiele war der Gästeblock im Leipziger Stadion spärlich besetzt oder verwaist ...

Von Ullrich Kroemer 31.07.2015, 11:10

Als RB Leipzig im vergangen Jahr in die neue Spielzeit startete, blieben die Anhänger des VfR Aalen dem Saisonauftakt in der Leipziger Red-Bull-Arena fern. Durch ihre Absenz begründete die überschaubare Aalener Fanschar einen Trend, den zahlreiche weitere Fangruppierungen nachahmten. Bei einem Großteil der Heimspiele war der Gästeblock im Leipziger Stadion spärlich besetzt oder verwaist geblieben.

Boykotte und Protestaktionen gegen RB Leipzig

Und auch in dieser Saison sind weitere Boykotte und Protestaktionen gegen RB Leipzig zu erwarten. Andreas Hensel, Sprecher der Kampagne „Nein zu RB” sagt: „Sicherlich macht es weiterhin Sinn, die Auswärtsspiele in Leipzig zu boykottieren. Die Verantwortlichen von RB haben ja bereits bekundet, dass ihnen das nicht entgegenkommt. Wichtig ist daher, RB Leipzig weiterhin zu verdeutlichen, dass sie nicht akzeptiert sind.” Es werde auch in dieser Saison seitens diverser Fangruppierungen vielfältige Aktionen geben, sagt Hensel. Die Kampagne „Nein zu RB” plane aktuell keine stadienübergreifenden Aktionen. „Wichtig ist, dass der Protest konstruktiv und inhaltlich angemessen durchgeführt wird”, betont Hensel. „Wir versuchen zum Beispiel immer, RB Leipzig im Kontext des kapitalistischen Fußballs zu sehen und nicht als alleiniges Übel. Eine verkürzte Kapitalismuskritik führt oft dazu, dass RB Leipzig im Sinne antisemitischer Klischees stigmatisiert wird.”

Die Anhängerschaft von Leipzigs erstem Heimspielgegner SpVgg Greuther Fürth lehnt den Boykotttrend ab und wird am Montagabend in voller Stärke in die Messestadt reisen. Nicolas Heckel, Leiter des Fanabteilung bei der SpVgg, sagt auf Anfrage der Redaktion: „Unsere Fanszene wird unsere Mannschaft auch zum Spiel in Leipzig begleiten und dort stimmungsvoll und lautstark unterstützen.” Ein Fernbleiben der Fürther Fans ist für Heckel und die SpVgg-Anhänger keine Alternative.

St.-Pauli-Fans Gegner des Boykott-Protestes

„Auch wenn Boykottaufrufe gegen RB mittlerweile fast zum Mainstream geworden sind, war das in der Fürther Fanszene schnell vom Tisch. Unsere Fans stellen die Unterstützung unseres Vereins und unserer Mannschaft in den Vordergrund, und das ist in meinen Augen auch der richtige Weg“, sagt Heckel. Etwa 500 Fans der „Kleeblätter” werden am Montagabend in der Leipziger Arena erwartet. Und auch der FC St. Pauli, nächster Gastklub in Leipzig – wird seine Anhänger mitbringen. Bereits in der vergangenen Spielzeit hatten die St.-Pauli-Fans zu den Gegnern des Boykott-Protestes gehört und waren mit etwa 5.000 Anhängern erschienen. (red)