3. Liga

3. Liga: Spekulationen um Lizenz für Leipziger Club

Leipzig/mz - Sie haben Neuzugänge, sie haben Verletzte, am Samstag startet RB Leipzig gegen den Tabellenletzten Burghausen aus der Winterpause. Doch was war das große Aufreger-Thema der vergangenen Tage? Die drängende Frage, ob der Verein im Falle einer sportlichen Qualifikation überhaupt eine Lizenz für die zweite Liga ...

Von Ullrich Kroemer 23.01.2014, 22:32

Sie haben Neuzugänge, sie haben Verletzte, am Samstag startet RB Leipzig gegen den Tabellenletzten Burghausen aus der Winterpause. Doch was war das große Aufreger-Thema der vergangenen Tage? Die drängende Frage, ob der Verein im Falle einer sportlichen Qualifikation überhaupt eine Lizenz für die zweite Liga bekäme?

Bei der Pressekonferenz am Donnerstag umschiffte RB alle Fragen zu dem heiklen Thema. Ersatz-Kapitän Dominik Kaiser sagte lediglich, dass Geschäftsführer Ulrich Wolter dem Team ein „paar Sätze mitgegeben habe“, als sich Meldung über mögliche Probleme mit der Lizenz verbreitete. „Das kann uns aber nicht von unserem Weg abbringen.“

DFL-Boss sieht Probleme

Der Weg - das soll der direkte Durchmarsch durch die dritte Liga sein. Doch stellen sich RB dabei offenbar gefährlichere und abstraktere Hindernisse in den Weg als jene auf dem Fußballplatz. Befeuert hatte die Diskussion Andreas Rettig, einer der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), die Bundesliga und zweite Liga vermarktet. Auf dem Fankongress in Berlin hatte er in Richtung RB Leipzig gesagt: „Die Mitwirkungsmöglichkeit des Mitgliedes darf nicht eingeschränkt werden. Wenn Eintrittsbarrieren für Mitglieder bestehen, schauen wir genau hin.“

Horrender Mitgliedsbeitrag

Hintergrund der Kritik ist, dass die Rasenballer derzeit nur neun Vereinsmitglieder haben und wohl auch keine weiteren aufnehmen wollen. Der Beitrag pro Jahr liegt bei 800 Euro plus 100 Euro Aufnahmegebühr. Doch selbst wen das nicht abschreckt, kann nicht ohne weiteres in die RB-Familie eintreten. Die Aufnahme neuer Mitglieder kann vom Vorstand abgelehnt werden. An einem mitgliederbestimmten Verein, so scheint es, ist der schwerreiche Energy-Drink-Gigant Red Bull, der den Verein finanziert, nicht interessiert.

Das ist zwar fragwürdig und mag viele Fußball-Romantiker stören, es verstößt aber nicht gegen die gültige Lizenzierungsordnung der DFL. In der ist nicht geregelt, dass ein Verein mehr als die zur Gründung notwendigen sieben Mitglieder haben muss. Und die 50+1-Regel, die festlegt, dass die Vereine die Mehrheit gegenüber beteiligten Investoren haben müssen, gilt nur für ausgelagerte Kapitalgesellschaften. RB ist jedoch formal ein eingetragener Verein.

Über Rettigs Einlassungen hinaus gibt es also nach Lage der Dinge keine stichhaltigen Gründe, weshalb RB Leipzig keine Lizenz für die zweite Liga bekommen sollte. Von der DFL war dazu keine Stellungnahme zu bekommen.

Zwar hat die Liga eine Task-Force aus hochrangigen Vereinsvertretern gegründet, um die 50+1-Regel klarer zu formulieren und an europäisches Recht anzupassen. Doch sie soll lediglich regeln, dass mächtige Sponsoren nicht nur Geld in die Profiabteilungen pumpen, sondern den Gesamtverein fördern. Und das tut RB fraglos, es fließen Millionen in die Nachwuchsabteilung.