Eil

2:1-Erfolg in Sandhausen

2:1-Erfolg in Sandhausen: Halstenberg schießt RB Leipzig an die Tabellenspitze

Sandhausen - Euphorischer Jubel bei Ralf Rangnick & Co.: RB Leipzig hat erstmals in dieser Spielzeit den ersten Tabellenplatz erobert. Nach der Blamage im DFB-Pokal in Unterhaching fand RBL in der 2. Liga wieder zu gewohnter Stabilität zurück und feierte mit dem 2:1 (1:1) beim SV Sandhausen den vierten Sieg in Serie. Da der bisherige Spitzenreiter SC Freiburg nur ein Remis erzielte, zog Rasenballsport auf Platz eins vorbei und hat nun bereits vier Punkte Vorsprung auf Rang ...

Von Ullrich Kroemer 01.11.2015, 14:32

Euphorischer Jubel bei Ralf Rangnick & Co.: RB Leipzig hat erstmals in dieser Spielzeit den ersten Tabellenplatz erobert. Nach der Blamage im DFB-Pokal in Unterhaching fand RBL in der 2. Liga wieder zu gewohnter Stabilität zurück und feierte mit dem 2:1 (1:1) beim SV Sandhausen den vierten Sieg in Serie. Da der bisherige Spitzenreiter SC Freiburg nur ein Remis erzielte, zog Rasenballsport auf Platz eins vorbei und hat nun bereits vier Punkte Vorsprung auf Rang vier.

Ausgangslage

Die drei Punkte Abzug, die der SV Sandhausen wegen Verstoßes gegen die Lizenzauflagen hinnehmen muss, scheinen den kleinen Klub derzeit eher zu beflügeln. Trotz der Strafe standen die Südwestdeutschen nur vier Punkte hinter RB Leipzig auf Rang sieben der Tabelle. In der vergangenen Saison hatte der SVS RB in der Leipziger Arena mit einem 4:0-Auswärtssieg regelrecht gedemütigt. Torhüter Fabio Coltorti hatte vor der Partie gesagt: „Dass wir Revanche nehmen und uns mit einem Sieg selbst oben festsetzen können, ist eine gute Konstellation, das Spiel top motiviert anzugehen.”

Personalien

Nach dem Personal-Experiment bei der Pokalpleite gegen Unterhaching mit neun neuen Spielern tauschte Trainer Ralf Rangnick beinahe komplett wieder zurück. Im Vergleich zum letzten Ligaspiel gegen Düsseldorf standen nur Rani Khedira, der den Gelb gesperrten Stefan Ilsanker ersetze, sowie Massimo Bruno, der für den an einer Seitenstrang-Angina erkrankten Emil Forsberg ran durfte. Nach einer halben Stunde musste Lukas Klostermann verletzt ausgewechselt werden, dafür gab der 20 Jahre alte Schwabe Ken Gipson sein Pflichtspieldebüt in der ersten Mannschaft.

Fans

„Ligazwerg – und stolz darauf”, stand auf einem Plakat der Sandhausener Fans, die auch die üblichen Anti-RB-Banner aufboten. Die Stimmung im beschaulichen Hardtwaldstadion war jedoch fair und friedlich. 4000 Zuschauer, darunter etwa 100 eingeladene Flüchtlinge aus dem Raum Heidelberg, waren gekommen. Die etwa 300 Fans aus Leipzig machten übrigens teilweise mehr Stimmung als die Gastgeber.

Spielverlauf und Analyse

Der SV Sandhausen begann forsch und aggressiv, doch RB Leipzig hielt dagegen und übernahm nach einigen Minuten die Kontrolle über die Partie. So hatte denn auch RB-Stürmer Davie Selke die erste Chance, als RB über Compper und Sabitzer schnörkellos nach von spielte. Doch der Topstürmer von RB scheiterte aus halbrechter Position an Sandhausens Torhüter Marco Knaller (16.).

Da sich Sandhausen vor allem auf die Abwehrarbeit verlegte – RB hatte in der ersten Hälfte 66 Prozent Ballbesitz –, waren die Leipziger gefragt, das Spiel zu machen. Daraus schlugen die Hausherren Kapital, als sie nach Ballgewinn schnell über die rechte Seite konterten. Der schnelle Moritz Kuhn schob den Ball zurück auf Stürmer Aziz Bouhaddouz, der den Ball mit rechts annahm und aus der Drehung mit links zur überraschenden Führung abzog (27.).

Doch es dauerte nur wenige Minuten, bis RBL wieder den gleichen Abstand herstellte – allerdings überaus glücklich. Sandhausens Denis Linsmayer touchierte einen harmlosen Schuss von Selke mit der Hand. Referee Guido Winkmann entschied sofort auf Elfmeter. RBL-Kapitän Dominik Kaiser verwandelte den Strafstoß sicher mittig ins Tor (31.). Danach hatte der Tabellenzweite durch Sabitzer (35.) und Selke (44.) noch zwei Gelegenheiten, der Winkel zum Tor war jedoch in beiden Szenen zu spitz.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten hatte der SV Sandhausen wieder etwas mehr Spielanteile. RB Leipzig gelang es zu selten, zu Torabschlüssen zu kommen. Kaiser (59.) und Gipson (60.) versuchten es aus der Distanz. Ein Treffer von Massimo Bruno wurde wegen Abseitsposition zu Recht nicht gegeben. Doch auch der Tabellensiebte hatte per Distanzschuss durch Robert Zillner (65.) und nach einer Kontermöglichkeit durch Kuhn (67.) zwei Gelegenheiten. Doch der Linksaußen scheiterte an Coltorti.

Doch RB blieb am Drücker und wurde in der 74. Minute belohnt, als endlich einmal eine Eckballsituation zum Tor nutzte. Den Kopfball des eingewechselten Poulsen konnte Knaller nicht kontrollieren; Linksverteidiger Marcel Halstenberg reagierte am schnellsten und erzielte seinen zweiten Treffer für RBL (74.). Sandhausen legte kämpferisch noch einmal zu, konnte jedoch ekine gefährliche Szene mehr erwirken. In der letzten Minute hatte Sabitzer noch die Chance zum 3:1, doch der Österreicher scheiterte an Keeper Knaller.

Ausblick

RB Leipzig empfängt am kommenden Sonntag den 1. FC Kaiserslautern (13.30 Uhr). Sandhausen gastiert bereits am Freitag beim FSV Frankfurt (18.30 Uhr). (mz)

Statistik

SV Sandhausen - RB Leipzig 1:2 (1:1)

SV Sandhausen: Knaller – Klingmann, Hübner, Schulz, Roßbach – Kulovits (C), Linsmayer – Thiede (85. Bieler), Zillner, Kuhn (68. Wooten) – Bouhaddouz (68. Jovanovic)
RB Leipzig: Coltorti – Klostermann (30. Gipson), Orban, Compper, Halstenberg – Khedira, Demme – Kaiser (C, 82. Sebastian), Sabitzer, Bruno (66. Poulsen) – Selke
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Tore: 1:0 Bouhaddouz (28., Kuhn), 1:1 Kaiser (32./Handelfmeter), 1:2 Halstenberg (74., Poulsen)
Eckenverhältnis: 3:4, Chancen: 1:5
Gelbe Karte: Hübner (6), Linsmayer (4), Kulovits (3), Schulz (1), Thiede (2) | Gipson (1), Khedira (1), Orban (5), Demme (3)
Zuschauer: 5811 Hardtwaldstadion in Sandhausen