Letzte Minute entscheidet

Vorfreude weicht Entsetzen - Zweitligist DRHV verliert Saisonauftakt gegen Rimpar

Von Tobias Grosse
Dessau-Roßlaus großer Einsatz gegen Rimpar (hier Yannick Pust, hinten) wurde nicht belohnt.
Dessau-Roßlaus großer Einsatz gegen Rimpar (hier Yannick Pust, hinten) wurde nicht belohnt. Foto: Marian Storch

Dessau/MZ - Rund 40 oder 50 Sekunden, bevor das Handballspiel zwischen Dessau-Roßlau und den Wölfen aus Rimpar am Sonntagabend zu Ende gehen sollte, hatte man in der Anhalt-Arena das Gefühl, dass gleich Großes passieren würde. Der DRHV war beim Stand von 24:24 in Ballbesitz, und die rund 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erhoben sich, weil sie wussten: Jetzt hat man die Chance, mit einem Sieg in die Zweitliga-Spielzeit zu starten. Nur wenige Augenblicke später wich die fast greifbare Vorfreude auf der Tribüne aber dem blanken Entsetzen. Dessau-Roßlau hatte die Partie noch verloren.

Ein Querpass von Yannick Danneberg gerät in der Schlussminute zu flach

Es war eine dramatische letzte Minute, die zur 24:25-Niederlage des DRHV führte. Nachdem Rimpar mit einer Doppelchance erst an Torwart Philip Ambrosius und dann am Pfosten gescheitert war, hatten die Gastgeber es in der Hand, den letzten Angriff auszuspielen und so zumindest einen Punkt zu sichern. Doch ein Querpass von Yannick Danneberg im Rückraum geriet zu flach, rutschte Max Emanuel durch die Beine und brachte die Gäste noch einmal in Ballbesitz. Und die holten mit der Sirene einen Siebenmeter heraus, den Patrick Schmidt verwandelte. „Wer im Handball am Ende ein Tor mehr hat, der hat man verdient gewonnen. Das war schon immer so“, sagte Uwe Jungandreas auf der PK.

Wenige Minuten zuvor war der Cheftrainer des DRHV mit hängendem Kopf und vorbei an den jubelnden Gästespielern in Richtung Kabine geschlurft. Die Enttäuschung war groß, nicht nur bei den Fans, auch bei Jungandreas und Co. - denn Dessau-Roßlau hat eigentlich ein ordentliches Spiel gemacht und lag auch nur einmal hinten. Aber eben zum schlechtesten aller möglichen Zeitpunkte: nach 60 Minuten. „Ein Unentschieden wäre das verdientere Ergebnis gewesen“, sagte auch Gästetrainer Julian Thomann.

Uwe Jungandreas
Uwe Jungandreas
Foto: imago images/Hartmut Bösener

Seine Mannschaft hatte in der Anfangsphase sehr zu kämpfen. Der DRHV dominierte die ersten zehn Minuten fast nach Belieben, führte schon mit 8:2, weil Rimpar vor allem den nach Krankheit wieder genesenen Oliver Seidler am Kreis nicht in den Griff bekam. Er erzielte in dieser Phase selber bereits drei Tore und holte noch zwei Siebenmeter heraus.

Nach etwas mehr als einer Viertelstunde büßte der DRHV allerdings etwas von seiner Dominanz und seinem Vorsprung ein, so dass es nur noch mit 12:10 in die Halbzeitpause ging. Jungandreas ärgerte das. „Wir hätten in der ersten Halbzeit schon weiter weg sein müssen“, sagte er angesichts der vergebenen Großchancen und vor allem dem mangelhaften Auftreten in Überzahl. Rimpar kassierte in den ersten 30 Minuten sechs Zeitstrafen, Dessau-Roßlau machte daraus jedoch nur drei Tore.

Trainer Jungandreas nach dem Schlusspfiff: „Das ist für uns natürlich tragisch“

Im zweiten Durchgang blieb es deswegen eine Partie auf Augenhöhe. Der DRHV legte zwar immer wieder ein, zwei Treffer vor, Rimpar zog aber konstant hinterher - und in der letzten Sekunde sogar noch vorbei. „Das ist für uns natürlich tragisch“, so Uwe Jungandreas, der aber auch direkt forderte: „Wir müssen mit der gleichen Einstellung in die nächsten Spiele gehen.“

Am kommenden Wochenende kommt mit Ludwigshafen das erste Top-Team in die Anhalt-Arena. „Über die schwere dieser Aufgabe, müssen wir uns nicht unterhalten“, sagte Jungandreas, wenngleich die Eulen zum Saisonstart überraschend verloren haben.

DRHV: Ambrosius (1), Malek; Hrstka (3), Sohmann (4/2), Bielzer, Haeske (n.e.), Danneberg (5), Neumann (1), Scheithauer, Emanuel, Seidler (5), Pust (5), Leu (n.e.)