Handball-2.Liga

Nach schwarzem Dezember - DRHV startet Vorbereitung auf zweite Saisonhälfte

Wie die Vorbereitung des Dessau-Roßlauer HV laufen soll und welche Lichtblicke es gibt.

Von Tobias Grosse 11.01.2022, 12:29
Seit Freitag ist Uwe Jungandreas mit dem DRHV wieder im Training.
Seit Freitag ist Uwe Jungandreas mit dem DRHV wieder im Training. foto: imago/Hartmut Bösener

Dessau/MZ - Elf Tage hatten sie: Auch wenn die Zeit aufgrund des Jahreswechsels gefühlt länger gewesen ist, lagen zwischen dem letzten Pflichtspiel des Dessau-Roßlauer HV in der 2. Handball-Bundesliga in 2021 und dem Start in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte sowie ersten Training in 2022 nicht einmal zwei Wochen. Wenig Zeit also, um den schwarzen Dezember abzuschütteln, in dem sieben von acht Spielen verloren gingen. „Der Versuch war da“, sagt Manager Sebastian Glock, „aber es hat nicht so gut geklappt.“

Jungandreas: „Wir stecken im Abstiegskampf“

Am vergangenen Freitagabend ist die Mannschaft um Cheftrainer Uwe Jungandreas in die Vorbereitung auf die Rückrunde gestartet, die am 6. Februar mit dem Auswärtsspiel in Bietigheim beginnt. Bis dahin wird der DRHV zweimal testen und am von Anhalt Sport organisierten sowie nur mit Erstligisten besetzten Peugeot-Cup in der heimischen Anhalt-Arena (23. Januar) teilnehmen und beim Bundesliga-Primus SC Magdeburg spielen (1. Februar). Harte Gegner für eine harte, zweite Saisonhälfte. Denn: „Wir stecken mitten im Abstiegskampf“, sagt Coach Jungandreas deutlich.

Die vielen Niederlagen im Dezember haben dazu geführt, dass Dessau-Roßlau nach einem guten Saisonstart abgerutscht ist und nur noch knapp über dem Strich steht. „Wir sind uns der Lage bewusst“, betont Glock. Gleichzeitig wissen die Verantwortlichen aber auch, warum es so kam, wie es letztlich kam. Man habe „die zahlreichen Ausfälle nicht mehr kompensieren“ können, meint Jungandreas. „Ständig vier bis fünf Spieler zu ersetzen, ist für uns einfach nicht möglich.“

Das wird auch so bleiben, denn externe Neuzugänge sind finanziell nicht drin. Dem DRHV fehlen laut Geschäftsführer Glock allein 100.000 Euro Zuschauereinnahmen, die zwar von den Sponsoren und Partnern mit aufgefangen werden, jedoch keinen Spielraum für Nachverpflichtungen geben. Wobei es eine Hintertür gibt: Die Kooperation mit DHfK Leipzig und mögliche Zweitspielrechte für Talente des Bundesligisten. „Wir sind mit Leipzig in Gesprächen“, bestätigt Sebastian Glock.

Im Kern muss der DRHV aber auf seinen Stammkader vertrauen, der in der ersten Hälfte der Hinrunde jedoch gezeigt hat, dass er absolut das Zeug dazu hat, im sicheren Mittelfeld zu landen und Top-Teams zu ärgern. Deswegen „müssen wir im Januar schauen, dass so viele Spieler wie möglich wieder gesund werden und ins Training einsteigen“, erklärt Uwe Jungandreas. Er weiß: „Mit zehn oder elf Feldspielern wird es sehr schwer zu schaffen sein, unser Saisonziel (Klassenerhalt; Anm. d. Red.) zu erreichen.“

Doch es gibt Lichtblicke: Am vergangenen Freitag sind immerhin Kapitän Vincent Sohmann, Linkshänder Lennart Gliese und Kreisläufer Oliver Seidler wieder ins Training zurückgekehrt, Abwehrchef Daniel Schmidt hatte schon vor dem Jahreswechsel seine ersten zwei Spiele nach Herzmuskelentzündung absolviert. Timo Löser (Einblutung im Knie) und Yannick Pust (Muskelbündelriss), die sich beide bei der letzten Partie in 2021 in Aue verletzt haben, werden erst im Februar zurückkehren, der Heilungsverlauf ist aber im Soll. Mit dem langzeitverletzten Libor Hanisch ist dagegen noch nicht zu rechen.

„Mindestens 16 Punkte“ braucht der DRHV noch zum Klassenerhalt

„Wir benötigen, wenn alles läuft wie geplant, noch mindestens 16 Punkte“, sagt Coach Jungandreas mit Blick auf den Kampf um den Klassenerhalt. „Um diese Punkte einzusammeln, benötigen wir alle Spieler, um mit einem breiten Kader spielen und geordnet trainieren zu können. Wenn das der Fall ist, werden wir auch wieder Erfolge einfahren.“ Der Trainerfuchs weiß, dass der Charakter im Team stimmt. „Kämpferisch haben wir in vielen Spielen das Maximale herausgeholt. Daran müssen wir anschließen.“ Und hoffen, dass es keine neuen Verletzungen gibt.