Handball-2.Liga

Fehlende Kraft und Sorgen um Sohmann - DRHV bricht in Hamm in der zweiten Halbzeit ein

Der DRHV gibt das Spiel in Hamm nach einer sehr guten ersten Halbzeit aus der Hand. Größer ist aber die Sorge um Kapitän Sohmann. Ein Ausfall droht.

Von Tobias Grosse 06.12.2021, 10:27
Die Enttäuschung über die Niederlage ist Vincent Sohmann (in blau) und Co. anzusehen.
Die Enttäuschung über die Niederlage ist Vincent Sohmann (in blau) und Co. anzusehen. Foto: Mathias M. Lehmann

Hamm/MZ - Vincent Sohmanns Blick ließ bereits erahnen, dass da etwas nicht stimmt. In der zweiten Hälfte des Handballspiels zwischen dem ASV Hamm-Westfalen und dem DRHV waren noch nicht einmal drei Minuten gespielt, als der Kapitän und Spielmacher des Zweitligisten aus Dessau-Roßlau in einer Offensivaktion gestoppt wurde, die eher harmlos ausgesehen hatte. Dennoch sah man Sohmann danach Schmerzen an und ihn eine Minute später mit Eis an der rechten Schulter auf der Bank sitzen. Ohne seinen Anführer gab der DRHV das Spiel aus der Hand und verlor mit 26:30.

Sohmann kann seinen rechten Arm derzeit nicht bewegen - Auch Pust ist angeschlagen

Die Verletzung ist jedoch schon in der Anfangsphase des Spiels passiert, als der 26-Jährige in der Abwehr einem Gegner am Wurf hindern wollte. Nachdem Sohmann dann in der ersten Halbzeit noch eine Verschnaufpause bekommen hatte und sich die Halbzeit anschloss, „ist die Schulter kalt geworden“, erzählte er am Sonntag. „Danach ging gar nichts mehr.“ Im eng getakteten Dezember, droht der DRHV nun vielleicht sogar bis Jahresende auf seinen Kapitän verzichten zu müssen.

„Da ich meinen rechten Arm gerade quasi nicht bewegen kann, ist an Handballspielen nicht wirklich zu denken“, sagte er erst einmal mit Blick auf das Nachhol-Heimspiel am Dienstagabend gegen den TV Großwallstadt. Zu allem Überfluss musste auch Rechtsaußen Yannick Pust kurz vor Ende noch mit muskulären Problemen an der Wade vom Feld. Es soll aber nur ein Krampf gewesen sein.

Sohmanns Ausfall hat aber natürlich mit dafür gesorgt, dass der DRHV die Führung am Ende noch aus der Hand gab. Nachdem die Gäste zur Pause mit 18:16 vorne waren, stand es in der 43. Minute sogar 23:20 für Dessau-Roßlau. Die letzten 17 Minuten verloren sie dann mit 3:10. Mit Sohmann fehlte der Kopf des Teams, der in der Schlussphase vielleicht offensiv noch Lösungen gegen die immer stärker werdende ASV-Abwehr gefunden hätte. Vor allem aber wurde der Rückraum durch den Ausfall personell erneut ausgedünnt, nachdem schon Lennart Gliese und Malvin Haeske seit geraumer Zeit fehlen.

„Unser Spiel ist extrem kräfteraubend und mit dem uns aktuell zur Verfügung stehenden Kader, wurde es hinten heraus schwer“, erklärte Cheftrainer Uwe Jungandreas. „Letztendlich ausschlaggebend für die Niederlage war die Breite und Qualität in Hamms Kader. Gerade in den letzten zehn Minuten konnte Hamm noch aufs Tempo drücken, wir nicht mehr.“ Jungandreas betonte daher: „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.“

Uwe Jungandreas
Uwe Jungandreas
imago images/Hartmut Bösener

Denn bis zur 43. Minute hatte der DRHV bei einer der Spitzenmannschaften der Liga ein richtig starkes Spiel gemacht. „Die erste Halbzeit war sehr gut“, lobte Uwe Jungandreas seine Mannschaft, die es „gerade die ersten 15 Minuten überragend hinten wie vorne gemacht“ habe. Insbesondere auf das mittlerweile ligaweit gefürchtete Tempospiel hatten die Gastgeber lange keine Antwort. Das einzige Problem: „Wir haben es versäumt, schon zur Halbzeit mit vier oder fünf Toren in Führung zu gehen“, sagte Jungandreas. Die zwei Treffer, die der DRHV vorne war, entsprachen nicht dem Auftritt der Mannschaft.

Hamm konnte in der Schlussphase zulegen, Dessau-Roßlau hatte auch etwas Pech

Und da sich Dessau-Roßlau auch in der zweiten Halbzeit nicht weiter als auf jene drei Tore in der 43. Minute absetzen konnte, blieben die Hausherren dran - und konnten in der Schlussphase eben kräftemäßig noch mehr geben. „In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so aufs Tempo gedrückt und hatten Probleme in der Abwehr und dazu auch etwas Pech“, sagte Trainer Jungandreas, der mit seinem Team wieder nur wenig Zeit bis zum nächsten Spiel hat. Und dazu wohl erst einmal den Ausfall von Kapitän Sohmann wird verkraften müssen.

DRHV: Ambrosius, Malek; Löser (2), Hrstka (4/1), Sohmann (1), Bielzer, Danneberg (6), Neumann, Scheithauer (2), Emanuel (2), Seidler (4), Pust (5), Leu