Senta Berger

Von Kirk Douglas bis Zanuck - Schauspielerin erlebte sexuelle Übergriffe

ARCHIV - 23.10.2019, Berlin: Schauspielerin Senta Berger steht am Rande der Dreharbeiten zu dem ARD Drama "Martha und Tommy" am Seil eines Boxrings. Berger vermisst in der MeToo-Debatte manchmal den Bezug zur Wirklichkeit. (zu dpa "Senta Berger: MeToo-Debatte befasst sich zu wenig mit Realität") Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ ZB

Die Schauspielerin Senta Berger vermisst in der MeToo-Debatte manchmal den Bezug zur Wirklichkeit. „Die Machtverhältnisse ändern sich, das Geschlechterverhältnis ändert sich”, sagte sie in einem Interview der Wochenzeitung „Die Zeit”.

„Aber meiner Ansicht nach wird zu viel über die Sprache und Gendersternchen diskutiert und zu wenig über die realen Verhältnisse. Und zu viel über Schauspielerinnen und zu wenig über Putzfrauen oder Busfahrerinnen.”

Am 13. Mai feiert Senta Berger ihren 80. Geburtstag. Sie erlebte nach ihrer Schilderung selbst eine Reihe sexueller Übergriffe während ihrer Karriere. Zum Umgang damit sagte sie: „Ganz jung habe ich in Wien am Theater in der Josefstadt gespielt. Es war noch die Zeit, als man in den Po gezwickt worden ist, kurz vorm Auftritt, von dem Schauspieler, der die Bühne verließ. Und ich hatte mir fest vorgenommen: Ich merke das gar nicht.” Sie sei es vom Ballett her gewohnt gewesen, „mich so zu benehmen, als würde mir alles leichtfallen. Das habe ich lange als eine Art von Schutz benutzt.”

Übergriffe erlebte sie durch den amerikanischen Produzenten Darryl Zanuck, der sie im Bademantel bis in ihr Hotelzimmer verfolgte, dem österreichischem Schauspieler O. W. Fischer, der sie schlug und zu vergewaltigen versuchte und dem einstigen Hollywood-Superstar Kirk Douglas. Dieser habe versucht, sie gegen ihren Willen zu küssen. Als sie sich weigerte habe er sein Verhalten mit den Worten: „Your people killed my people“ (Dt: Deine Leute haben meine Leute getötet) begründet. Douglas stammt aus einer russisch-jüdischen Familie. (mz/dpa)