Vorwurf

Klimawandel: Vorwurf! Datensätze wurden gefälscht

Halle (Saale) - Für rechte Webseiten wie die amerikanische Breitbart-News war die Neuigkeit ein gefundenes Fressen. Mit John Bates, bis zum vergangenen Jahr Mitarbeiter des National Climatic Data Center der USA, hatte sich zum ersten Mal seit dem Klima-Gate von 2009 wieder ein hochrangiger Forscher hilfesuchend an die Öffentlichkeit gewandt. Bates, der zuletzt  für das nationale Zentrum für Umweltinformationen in North Carolina gearbeitet hatte, offenbarte der britischen Daily Mail, dass  US-Wissenschaftler im Vorfeld des Weltklimagipfels vor zwei Jahren in Paris Daten absichtlich so aufbereitet hätten, dass eine bereits 1998 erkannte Klimapause in den Unterlagen nicht mehr auftauchte, die schließlich Basis der Klimabeschlüsse von Paris ...

18.02.2017, 11:00
Das kürzlich von der US-Wetterbehörde NOAA veröffentlichte, zusammengesetzte Foto vom 15.01.2017 zeigt Nord- und Südamerika sowie den Atlantik und den Pazifik.
Das kürzlich von der US-Wetterbehörde NOAA veröffentlichte, zusammengesetzte Foto vom 15.01.2017 zeigt Nord- und Südamerika sowie den Atlantik und den Pazifik. NASA

Für rechte Webseiten wie die amerikanische Breitbart-News war die Neuigkeit ein gefundenes Fressen. Mit John Bates, bis zum vergangenen Jahr Mitarbeiter des National Climatic Data Center der USA, hatte sich zum ersten Mal seit dem Klima-Gate von 2009 wieder ein hochrangiger Forscher hilfesuchend an die Öffentlichkeit gewandt. Bates, der zuletzt  für das nationale Zentrum für Umweltinformationen in North Carolina gearbeitet hatte, offenbarte der britischen Daily Mail, dass  US-Wissenschaftler im Vorfeld des Weltklimagipfels vor zwei Jahren in Paris Daten absichtlich so aufbereitet hätten, dass eine bereits 1998 erkannte Klimapause in den Unterlagen nicht mehr auftauchte, die schließlich Basis der Klimabeschlüsse von Paris wurden.

Bates behauptet Ungeheuerliches: Die Staatschefs seien gezielt hinters Licht geführt worden. Ihnen gegenüber sei behautet worden, der seit 1998 beobachtete Slowdown, also das Nachlassen der Klimaerwärmung im Weltmaßstab, existiere nicht. Vielmehr, so habe die verantwortliche National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) behauptet, steige die Welttemperatur sogar noch schneller als zuvor erwartet.

John Bates widerspricht dem. Die entsprechenden Berechnungen hätten auf Daten beruht, die nicht verifiziert worden waren. Die NOAA habe damit ihre eigenen Regeln zur wissenschaftlichen Integrität gebrochen und Ergebnisse veröffentlicht, die fehlerhaft waren. Nicht etwa zufällig, sondern in der Absicht, die Gipfelergebnisse von Paris zu beeinflussen und die Klima-Agenda von Präsident Barack Obama zu stützen, wie Bates gegenüber der Daily Mail betont. Der damals amtierende NOAA-Chef habe auf wissenschaftliche Entscheidungen  Einfluss genommen, um „aus minimalen Daten eine maximale Erwärmung“ zu machen.  Dabei sei es darum gegangen, die „Vorstellung von einer globalen Erwärmungspause zu diskreditieren“  und nationale und internationale Beratungen über die Klimapolitik zu beeinflussen. Dies sei eine schamlose Verletzung wissenschaftlicher Standards, kritisiert Bates.

Andere Klimawissenschaftler widersprachen dem Kritiker aus den eigenen Reihen. Die Ergebnisse der NOAA seien von anderer Seite geprüft und für richtig befunden worden, sagte Zeke Hausfather, ein anerkannter Klimatologe aus Berkeley. (mz/stk)