vom kühlen Mai ging es direkt in den Hochsommer und nun schwitzen wir in den nichtklimatisierten Büros der MZ-Redaktion inzwischen wieder ganz schön. Zur Abkühlung geht es immer mal wieder in den Newsroom, der wegen der Corona-Pandemie immer noch ziemlich verwaist ist, aber eine tolle Klimaanlage hat.

Sommerliche Temperaturen während des ganzen Jahres sind in der Dominikanischen Republik völlig normal. Wegen des Lehrermangels in Sachsen-Anhalt ist Thomas Azeroth mit seiner Familie aus Teutschenthal im Saalekreis dorthin gezogen. Sie haben richtig gelesen: Auswandern wegen Lehrermangel. Hört sich komisch an, aber tatsächlich war der Stundenausfall seiner Töchter das letzte Tröpfchen, das das berühmte Fass zum Überlaufen brachte. Seit 2018 lebt die Familie nun in der Karibik in einer Stadt  am Meer. Die Mädchen besuchen die Internationale Schule und die Eltern bieten Ausflüge für Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Azeroth schätzt in dem Land sehr, dass Leute, die in einer Krise stecken, nicht allein gelassen werden.

Türkisblaues Meer, weiße Sandstrände, Palmen – Thomas Azeroth und seine Frau Doreen haben in der Dominikanischen Republik ihr Paradies gefunden.
Türkisblaues Meer, weiße Sandstrände, Palmen – Thomas Azeroth und seine Frau Doreen haben in der Dominikanischen Republik ihr Paradies gefunden.
(Foto: Thomas Azeroth)

Wegen der Corona-Pandemie blieben monatelang seine Touristen weg. Die Familie wusste nicht, wie lange sie noch die Miete für das Haus hätte zahlen können. Ihre Freunde sagten ganz pragmatisch: „Wir bauen euch ein Holzhaus, oder ihr wohnt bei uns“. Dazu ist es nicht gekommen, denn nun geht es langsam wieder bergauf. Sehr lesenswert dieser neue Teil unserer beliebten Auswandererserie am Sonnabend im Wochenendmagazin „Blick“.

Halberstädter Würstchen sind inzwischen bundesweit bekannt und selbst in Portugal, Belgien, Chile, Thailand und Mexiko stehen sie im Supermarktregal. Was die wenigsten wissen, der Gründer der Wurstfabrik gilt als Erfinder der Würstchen in der Dose. Warum das so ist und welche Rolle dabei auch Kaiser Wilhelm II. spielte, das erklären die Autoren des Textes „Es geht um die Wurst“ ebenfalls im Wochenendmagazin „Blick“. Vor 135 Jahren wurde das Unternehmen in Halberstadt gegründet und ist bis heute sehr erfolgreich.

Die Rezeptur für die Halberstädter Würstchen ist in der langjährigen Unternehmensgeschichte gleich geblieben. Das Design auf den Dosen indes wurde immer mal wieder erneuert, hier Exemplare aus den Anfangsjahren, aus DDR-Zeiten und von heute (v. l.).
Die Rezeptur für die Halberstädter Würstchen ist in der langjährigen Unternehmensgeschichte gleich geblieben. Das Design auf den Dosen indes wurde immer mal wieder erneuert, hier Exemplare aus den Anfangsjahren, aus DDR-Zeiten und von heute (v. l.).
(Fotos: Halberstädter, dpa)

Mitten im Südharz in einem Wald an der Landesgrenze zu Thüringen hat Reporter Steffen Könau die Reste einer NVA-Kaserne entdeckt, die den Decknamen „Bergahorn-71“ trug. Von hier aus sollte der Himmel über der DDR mit Flugabwehrraketen verteidigt werden. Dort lebten einst 180 Soldaten und Offiziere. Für die Familien der Offiziere waren Wohnblocks samt Kindergarten und Gaststätte errichtet worden. Dutzende Raketen vom Typ S-75 standen dort abschussbereit, die Flugzeuge in bis zu 30 Kilometer Höhe hätten treffen können. Nach der Übernahme durch die Bundeswehr wurde der Standort geschlossen. Seit knapp 30 Jahren wächst das Areal nun zu. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wurde aus den Gebäuden abtransportiert. Zurückgeblieben sind Ruinen früherer Neubaublocks. Die eindrucksvollen Fotos davon sind am Sonnabend in der MZ zu sehen.

Der Wohnblock mit den Unterkünften der Offiziere und ihrer Familien nahe Dietersdorf im Südharz.
Der Wohnblock mit den Unterkünften der Offiziere und ihrer Familien nahe Dietersdorf im Südharz.
(Foto: Steffen Könau)

An diesem Wochenende heißt es nun ganz doll Daumendrücken. Der Start der deutschen Mannschaft in die Fußball-Europameisterschaft war sehr mäßig. Portugal steht als nächster Gegner am Sonnabend auf dem Spielplan und die Aufgabe ist auch kaum kleiner. Na, mal sehen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Genießen Sie die freien und hochsommerlich-heißen Tage mit Ihren Lieben. Und die MZ dabei nicht vergessen. Übrigens: Wenn Sie die Mitteldeutsche Zeitung ausgelesen haben, dann lässt sich ein schöner Sonnenschutz daraus basteln. Am kommenden Freitag melde ich mich wieder bei Ihnen.

Herzliche Grüße, Ihr Hartmut Augustin
Chefredakteur

hartmut.augustin@mz.de