Verteidigung

Verteidigung: Geänderter Heidekompromiss unter Dach und Fach

Magdeburg/dpa. - Nach jahrelangen Diskussionen bleibt derSüdteil der Colbitz-Letzlinger Heide nun dauerhaft Übungsgelände fürdie Bundeswehr und im Besitz des Bundes. Mit seiner Unterschriftbrachte Innenminister Klaus Jeziorsky (CDU) den geänderten sogenannten Heidekompromiss am Donnerstag unter Dach und Fach. AusJeziorskys Sicht berücksichtigt die Regelung die Interessen derAnliegerkommunen und der Bevölkerung gleichermaßen. Ursprünglichsollte der 3575 Hektar umfassende Südteil der Heide spätestens 2006der zivilen Nutzung zugänglich gemacht werden. Kritik an dengeänderten Plänen kam von der ...

30.09.2004, 10:59

Nach jahrelangen Diskussionen bleibt derSüdteil der Colbitz-Letzlinger Heide nun dauerhaft Übungsgelände fürdie Bundeswehr und im Besitz des Bundes. Mit seiner Unterschriftbrachte Innenminister Klaus Jeziorsky (CDU) den geänderten sogenannten Heidekompromiss am Donnerstag unter Dach und Fach. AusJeziorskys Sicht berücksichtigt die Regelung die Interessen derAnliegerkommunen und der Bevölkerung gleichermaßen. Ursprünglichsollte der 3575 Hektar umfassende Südteil der Heide spätestens 2006der zivilen Nutzung zugänglich gemacht werden. Kritik an dengeänderten Plänen kam von der Opposition.

«Damit rückt das Ziel einer zivilen Nutzung der Heide in weiteFerne. Das ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die sich seit 1989dafür stark gemacht haben», kritisierte PDS-Innenexperte MatthiasGärtner. Die Nutzung des Areals durch die Bundeswehr sei der falscheWeg zur Entwicklung der Region. Damit werde vor allem der Tourismusgehemmt, gab Gärtner zu bedenken.

Jeziorsky verteidigte den geänderten Heidekompromiss: Dieser seimit den Kommunen abgestimmt worden. Für diese Kommunen sei dieBundeswehr zu einem starken Wirtschaftsfaktor geworden. Außerdemkönne die Bevölkerung den Südteil der Heide in der übungsfreienZeiten nutzen.

Die Bundeswehr nutzt 23 000 Hektar Fläche in der Heide alsÜbungsgelände. Sie hat dort dreistellige Millionenbeträge vor allemfür den Aufbau eines bundesweit einmaligen Gefechtsübungszentrumsinvestiert. Dort trainieren Soldaten unter anderem fürAuslandseinsätze. In der Heide übten auch schon Wehrmacht und RoteArmee.