Tourismus

Tourismus: Der Sprache auf der Spur

KÖTHEN/MZ. - Es gibt eine "Straße derRomanik", es gibt die "Deutsche Weinstraße"und die "Fachwerkstraße". Nun soll auch eine"Straße der deutschen Sprache" entstehen.Der Startschuss dafür wurde am Mittwoch in Köthen(Kreis Anhalt-Bitterfeld) gegeben. Vertreteraus acht Städten Mitteldeutschlands, die Anknüpfungspunktezur deutschen Sprache aufweisen, verständigtensich über erste Schritte."Wir wollen uns zunächst auf Mitteldeutschlandkonzentrieren, das ist die Wiege des Hochdeutschen",erklärte Thomas Paulwitz, Initiatorund Mitglied der in Köthen ansässigen NeuenFruchtbringenden Gesellschaft. Das Ziel bestehedarin, das Bewusstsein der Menschen für diedeutsche Sprache zu stärken und sie in Städtezu locken, in denen sprachgeschichtlich bedeutsameEreignisse geschehen sind oder wo bekanntePersönlichkeiten der deutschen Sprache lebten.Bildung und Tourismus könnten so miteinanderverknüpft werden. Etappenorte sind Schleiz, wo Konrad Dudenseine ersten Aufzeichnungen zur Vereinheitlichungder Rechtschreibung niederschrieb, Weißenfelsmit Novalis, Haldensleben mit Grimm oder Gräfenhainichenmit Paul Gerhardt. Die Lutherstädte Eisenachund Eisleben sollten aber genauso wenig fehlenwie die Burg Falkenstein, wo Eike von Repgowim Mittelalter den Sachsenspiegel, das erstedeutsche Rechtsbuch, verfasst ...

Von HELMUT DAWAL

Es gibt eine "Straße derRomanik", es gibt die "Deutsche Weinstraße"und die "Fachwerkstraße". Nun soll auch eine"Straße der deutschen Sprache" entstehen.Der Startschuss dafür wurde am Mittwoch in Köthen(Kreis Anhalt-Bitterfeld) gegeben. Vertreteraus acht Städten Mitteldeutschlands, die Anknüpfungspunktezur deutschen Sprache aufweisen, verständigtensich über erste Schritte.

"Wir wollen uns zunächst auf Mitteldeutschlandkonzentrieren, das ist die Wiege des Hochdeutschen",erklärte Thomas Paulwitz, Initiatorund Mitglied der in Köthen ansässigen NeuenFruchtbringenden Gesellschaft. Das Ziel bestehedarin, das Bewusstsein der Menschen für diedeutsche Sprache zu stärken und sie in Städtezu locken, in denen sprachgeschichtlich bedeutsameEreignisse geschehen sind oder wo bekanntePersönlichkeiten der deutschen Sprache lebten.Bildung und Tourismus könnten so miteinanderverknüpft werden.

Etappenorte sind Schleiz, wo Konrad Dudenseine ersten Aufzeichnungen zur Vereinheitlichungder Rechtschreibung niederschrieb, Weißenfelsmit Novalis, Haldensleben mit Grimm oder Gräfenhainichenmit Paul Gerhardt. Die Lutherstädte Eisenachund Eisleben sollten aber genauso wenig fehlenwie die Burg Falkenstein, wo Eike von Repgowim Mittelalter den Sachsenspiegel, das erstedeutsche Rechtsbuch, verfasst hat.

"Unsere Zielgruppe sind vor allem Bildungsreisendeund Sprachinteressierte", so Paulwitz. Dochsollten alle Menschen von der Sprachenstraßeprofitieren. So sollte beispielsweise auchMühlhausen gewürdigt werden, wo die Stadtverwaltungsich bemüht, Anglizismen zu vermeiden. AuchKöthen gehört dazu, wurde doch hier im 17.Jahrhundert mit der Fruchtbringenden Gesellschaftdie erste und bis heute bedeutendste Sprachgesellschaftin Deutschland gegründet.

In ihrer Tradition steht die 2007 aus derTaufe gehobene Neue Fruchtbringende Gesellschaft.Deren Vorsitzende Uta Seewald-Heeg zeigtesich angetan von dem überregionalen Interesse,das die "Straße der deutschen Sprache" schonjetzt findet. Mit 25 Städten ist die Gesellschaftim Gespräch. In einem Monat soll die Arbeitsgruppedas erste Mal zusammentreten und "feste Kriterien"für das Projekt erarbeiten.

Vorgesehen ist zunächst ein Internet-Auftritt,um das Vorhaben bekannt zu machen. Zudem sollenein Logo und ein Faltblatt entworfen werden,auf dem die einzelnen Stationen aufgeführtsind. Eine einheitliche Beschilderung sollspäter die "Straße der deutschen Sprache"erkennbar machen. Zum 5. "Köthener Sprachtag",zu dem im Juni Besucher aus ganz Deutschlanderwartet werden, sollen erste Ergebnisse präsentiertwerden. Seewald-Heeg ist überzeugt davon,ein interessantes Angebot zu erarbeiten, dasfür Bildungs- und Familienreisen geeignetist.

An den Loreley-Felsen wurden zur "Rheinpartie" Wörter unterschiedlicher Größe und Bedeutung projiziert, die zum Nachdenken über die deutsche Sprache anregen sollen. In Mitteldeutschland plant man eine "Straße der deutschen Sprache". (ARCHIVFOTO: DDP)
An den Loreley-Felsen wurden zur "Rheinpartie" Wörter unterschiedlicher Größe und Bedeutung projiziert, die zum Nachdenken über die deutsche Sprache anregen sollen. In Mitteldeutschland plant man eine "Straße der deutschen Sprache". (ARCHIVFOTO: DDP)
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