Kurt Kuchinke blieb dran

Wipperradweg zwischen Ilberstedt und Aderstedt wird bald saniert

Anwohner hatte immer wieder bei der Stadt Bernburg und beim Land auf Problem aufmerksam gemacht. Welche Bauarbeiten geplant sind.

Von Susanne Schlaikier
Umweltministerin Claudia Dalbert im Gespräch mit dem Ilberstedter Bürgermeister Lothar Jänsch (li.) und Kurt Kuchinke (blaues Shirt) am Wipperradweg bei Bullenstedt.
Umweltministerin Claudia Dalbert im Gespräch mit dem Ilberstedter Bürgermeister Lothar Jänsch (li.) und Kurt Kuchinke (blaues Shirt) am Wipperradweg bei Bullenstedt. (Foto. Susanne Schlaikier)

Ilberstedt - Für ihren Besuch in Ilberstedt hätte sich Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) kaum einen besseren Termin auswählen können: den Welttag des Fahrrads, der alljährlich am 3. Juni begangen wird. Denn schließlich sollte es um die Sanierung des Wipperradweges zwischen dem Ilberstedter Ortsteil Bullenstedt und Aderstedt gehen.

Das Datum war zwar Zufall, aber der Ilberstedter Kurt Kuchinke, der sich für die Sanierung in der Vergangenheit sehr engagiert hat, freute sich über den prominenten Gast. Ebenso wie Bürgermeister Lothar Jänsch.

Immer wieder hatte Kuchinke bei den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Bernburg - der größere Teil des betroffenen Abschnitts befindet sich auf Bernburger Gemarkung - sowie beim Land auf das Problem aufmerksam gemacht. Im Umweltministerium ist er schließlich auf offene Ohren gestoßen.

Der Radverkehr sei für sie eine Herzensangelegenheit, sagte Claudia Dalbert. Sie begrüßte ausdrücklich den Einsatz von Kurt Kuchinke. „Man muss immer nerven, immer dranbleiben.“ Auch Lothar Jänsch ist der Auffassung, man solle nicht immer nur jammern, sondern lieber selber aktiv werden. Dann könne man auch etwas erreichen.

„Man muss immer nerven, immer dranbleiben.“

Umweltministerin Dalbert (Grüne) über die Förderung des Radverkehrs

Kuchinkes Bemühungen haben sich gelohnt, denn wie Bernburgs Wirtschaftsdezernent Holger Dittrich auf MZ-Anfrage bestätigt, liegt der Fördermittelbescheid seit kurzem vor, ebenso wie im Übrigen für den neuen Radweg zwischen Peißen und dem Vorwerk Zepzig:

Mit jeweils 90 Prozent werden die beiden Radwege aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Ohne die Zusammenarbeit mit der Stadt Bernburg, betont Ilberstedts Bürgermeister Lothar Jänsch, hätte man das Vorhaben aber auch nicht umsetzen können.

Der etwa zwei Kilometer lange Abschnitt zwischen Bullenstedt und Aderstedt sei in einem bedauernswerten Zustand, schilderte Kurt Kuchinke noch einmal gegenüber der Ministerin, der diesen Teil des Wipperradwegs wohl kennt wie kaum ein Zweiter, so oft hat er ihn in der Vergangenheit befahren. „Das Befahren bei Regen ist kaum möglich“, so seine Erfahrungen. Der Weg ist nämlich nicht befestigt und weist zahlreiche Löcher auf, die immer wieder notdürftig im Schotter gestopft wurden.

Einen genauen Terminplan kann Dezernent Dittrich indes noch nicht nennen. Zunächst müsse geplant und die Leistungen ausgeschrieben werden. Nach Möglichkeit soll aber noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden. Spätestens aber 2022 sollen sie beendet sein.

Radweg wird auf einer Breite von 2,50 Meter asphaltiert und die Böschung begrünt

Grob gesagt, soll der Wipperradweg auf besagtem Abschnitt auf einer Breite von 2,50 Meter asphaltiert und die Böschung begrünt werden. Lediglich am Anfang und Ende soll die Breite 3,50 Meter betragen. Für Kurt Kuchinke ist das der ersehnte „Lückenschluss“ nicht nur zwischen beiden Orten. Es sei auch ein Lückenschluss zum nahen Saaleradweg.

Und auch Bürgermeister Lothar Jänsch ist sich sicher: „Das wird eine Erfolgsgeschichte.“ Denn schon jetzt würden viele Radfahrer den Weg nutzen. Kurt Kuchinke habe einmal innerhalb weniger Stunden über 100 Radler gezählt. Das dürften künftig noch mehr werden, denn nicht erst seit der Corona-Pandemie ist das Fahrradfahren immer beliebter geworden. Denn mit dem Fahrrad könne man die Natur auch ganz anders wahrnehmen, als beispielsweise mit dem Auto, waren sich alle Beteiligten sicher. (mz)