Letzte Wünsche von Schwerkranken

Veranstalter und Helfer sammeln Geld für den ASB-Wünschewagen

Eine Party wurde genutzt, um für einen guten Zweck zu werben. Welche Summe die Projektleiterin in Empfang nehmen konnte.

Von Andreas Braun
Luisa Garthof (vorn) ist Leiterin des Projekts  Wünschewagen. Sie freute sich mit Michael Fritzsching (links) vom ASB Bernburg über die Spende, zu der  Stanley Daut, (v.l.), Tobias Kranig, Uwe  Wachsmuth , Toni Tietzel und Dirk Lange  beigetragen haben. 2.750 Euro kamen zusammen.
Luisa Garthof (vorn) ist Leiterin des Projekts Wünschewagen. Sie freute sich mit Michael Fritzsching (links) vom ASB Bernburg über die Spende, zu der Stanley Daut, (v.l.), Tobias Kranig, Uwe Wachsmuth , Toni Tietzel und Dirk Lange beigetragen haben. 2.750 Euro kamen zusammen. (Foto: Andreas Braun)

Gerlebogk/MZ - Mit dem Wünschewagen zu einer Party am Strand von Gerlebogk? Mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) werden letzte Wünsche von Menschen erfüllt, die bald sterben werden. Passt das zu einer Strandparty, um Spenden zu sammeln?

Es sei schon ein wenig anders gewesen, als sonst, sagt Michael Fritzsching. Der Leiter von ASB-Pflegeheimen in Bernburg unterstützt das Projekt. Doch dann war er überrascht und schon nach kurzer Zeit stand für ihn fest: Es war die richtige Entscheidung. Nicht nur wegen der 2.750 Euro, die an Projektleiterin Luisa Garthof vom ASB Magdeburg übergeben werden konnten.

„Es kamen so viele junge Menschen und wollten etwas über das Projekt wissen, das hat mich schon erstaunt“, so Fritzsching. Er habe sooft den Wagen für Besichtigungen und Antworten auf Fragen geöffnet, wie es selten der Fall ist, wenn man mit dem Wagen an gut frequentierten Stellen stehe.

„Es kamen so viele junge Menschen und wollten etwas über das Projekt wissen, das hat mich schon erstaunt.“

Michael Fritzsching. Leiter von ASB-Pflegeheimen in Bernburg

Am 12. Juni gab es eine große Party - die erste seit langem - im Strandbad Gerlebogk. DJ Toni Tietzel und Uwe Wachsmuth hatten es ein paar Mal versucht, doch scheiterte es bisher am Wetter oder an Corona. Aber man wollte es dennoch für einen guten Zweck nutzen, und zwar Spenden sammeln für den Wünschewagen.

Wachsmuth hatte selbst schon den Wünschewagen mit Patienten in Gerlebogk, die hier mit einer Feier am See Abschied nehmen wollten von der Familie, die dann hier zusammenkam. Drei Euro vom Eintrittsgeld gingen in den Spendentopf.

Toni Tietzel ließ über den Livestream zur Party spenden, Stanley Daut, der mit seiner Securityfirma für Sicherheit sorgte, packte etwas dazu und ebenso Dirk Lange von der LVM Versicherung sowie Tobias Kranig, der mit seinem Testteam vor Ort war, weil zu diesem Zeitpunkt noch getestet werden musste, wer nicht doppelt geimpft oder genesen war.

Fitnesstrainer Kranig zögerte da nicht lange, als er von der Spendenaktion hörte. Genau wie Stanley Daut. „Es kann jeden treffen. Das muss man sich bewusst machen“, sagt Daut. Ob man selbst betroffen ist oder ein nahestehender Verwandter oder Freund. Darum halte er es für wichtig, solche Angebote wie den Wünschewagen zu unterstützen.

Die Besatzung des ASB-Wünschewagens arbeitet ehrenamtlich, aber das Auto muss unterhalten werden

Luisa Garthof, die am vergangenen Freitag nach der 103. Tour mit dem Wünschewagen nach Gerlebogk kam, weiß, dass damit wieder Menschen, deren Leben nicht mehr lange währt, einen Wunsch erfüllt bekommen können. Zwar ist die medizinisch geschulte Besatzung ehrenamtlich tätig, aber das Auto muss unterhalten werden.

Die Fahrten sind auch für eine Begleitperson kostenlos und wenn es mal zur Ostsee geht, fallen auch Essen und eine Übernachtung an. Denn solche Strecke hin und zurück an einem Tag zu erledigen, das wäre für alle eine große Belastung.

Die 103. Fahrt ging von Halle nach Halberstadt. Ein Patient wollte seine Geburtsstadt noch einmal wiedersehen. Man sei im Schraube-Museum gewesen, habe die Stadt angesehen und war Essen, erzählt Luisa Garthof. Sie hat durch ihre Arbeit für das Projekt auch einen anderen Blick auf das Leben erhalten: „Wenn man etwas machen will, soll man es nicht aufschieben.“