Riesen-Bärenklau in Bernburg

Riesen-Bärenklau in Bernburg: Schön, aber gefährlich

Bernburg - Verbrennungen, Kreislaufprobleme, Fieber und Schweißausbrüche - wer einmal den Riesen-Bärenklau berührt, wird diese Begegnung wohl seinen Lebtag nicht mehr vergessen. Zu schwerwiegend können die Nachwirkungen bei der Berührung mit der sogenannten Herkulesstaude sein, die vor gut 150 Jahren aus dem Kaukasus nach Europa eingeführt wurde - als ...

Von Frauke Holz

Verbrennungen, Kreislaufprobleme, Fieber und Schweißausbrüche - wer einmal den Riesen-Bärenklau berührt, wird diese Begegnung wohl seinen Lebtag nicht mehr vergessen. Zu schwerwiegend können die Nachwirkungen bei der Berührung mit der sogenannten Herkulesstaude sein, die vor gut 150 Jahren aus dem Kaukasus nach Europa eingeführt wurde - als Zierpflanze.

Doch das dekorative Gewächs gilt heutzutage eher als Plage und das nicht nur aufgrund der gesundheitsschädigenden Wirkung, sondern vor allem auch wegen der massiven Ausbreitung und der damit verbundenen Verdrängung heimischer Pflanzenarten. Der Kampf dagegen scheint aussichtslos.

Strenzfeld betroffen

Auch im Salzlandkreis werden aktuell unterschiedliche Fundstellen des Riesen-Bärenklaus gemeldet. Schwerpunkte befinden sich in den Stadtbereichen von Bernburg, Aschersleben, aber auch Seeland, wie von Christiane von Wagner, Fachdienstleiterin für Natur und Umwelt, zu erfahren ist. „In Bernburg ist ein Hauptverbreitungsgebiet im Bereich Strenzfeld zu verzeichnen“, berichtet sie. Generell lasse sich feststellen, dass sich die Pflanzen entlang der Flüsse - Bode, Saale und Fuhne - sowie Bahn- und Straßenverläufe immer weiter ausbreiten.

Zuständig für die Beseitigung der gefährlichen Pflanze ist laut Salzlandkreis zunächst der Eigentümer des jeweiligen Grundstückes, auf dem sich die Herkulesstauden befinden. Auf Straßengrundstücken müssen demnach der Straßenbaulastträger und auf öffentlichen Flächen innerhalb von Kommunen, zum Beispiel an Spiel- und Sportplätzen, die Kommunen selbst die Gefahrenabwehr übernehmen.

Auf dem Gebiet des Salzlandkreises, so ist seitens der Verwaltung zu erfahren, erfolgte die Bekämpfung in den zurückliegenden Jahren „im Wesentlichen durch Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“. Die Organisation werde über das Job-Center in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde im Salzlandkreis ausgeführt. „Leider sind diese Maßnahmen in letzter Zeit aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen rückläufig“, heißt es vom Fachdienst Natur und Umwelt.

Mehrmals im Jahr abschneiden

Die Pflanzen werden in der Regel mechanisch bekämpft, sprich abgeschnitten und die Wurzeln abgestochen. Doch aufgrund der großen Bestände werden teils auch nur die die Blütendolden abgeschnitten. Da die Pflanzen jedoch genug Reserven besitzen, um erneut Blüten zu bilden, muss dieses Vorgehen jährlich wiederholt werden. Ein Kampf gegen einen offensichtlich deutlich überlegenen Gegner. (mz)