Corona im Salzlandkreis

Notbetreuung, Distanzunterricht und Schließungen

„Die Bundesvorgaben sind streng. Das macht einen harten Lockdown nötig“, sagt Landrat Markus Bauer.

Im Testzentrum in Freckleben Frank Gehrmann

Aschersleben - Der Inzidenzwert im Salzlandkreis ist leicht angestiegen. Der Wert, der die Anzahl aller bestätigten Covid-19-Neuinfektionen der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner anzeigt, lag laut Robert-Koch-Institut am Dienstag bei 185 (Vortag 183,5). Er liegt den dritten Tag hintereinander über der kritischen Marke von 165.

Das bedeutet, dass alle Schulen im Salzlandkreis ab Donnerstag, 29. April, in den Modus des Distanzunterrichts wechseln müssen. Weiterhin in Präsenzform unterrichtet werden lediglich die Abschlussklassen sowie vierten Klassen - unter strengster Einhaltung der Hygienevorgaben. Zudem werden Kindertagesstätten wieder geschlossen. Angeboten wird lediglich eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Bereichen arbeiten, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Das Formular zum Nachweis der Systemrelevanz befindet sich auf der Internetseite des Salzlandkreises. Es sollte so schnell wie möglich ausgefüllt und unterschrieben den Schulen beziehungsweise Kindertagesstätten vorgelegt werden. Aufgeführt ist in dem Formular auch, wer Anspruch auf Notbetreuung hat.

Weitere Einschränkungen seien nach den Bundesvorgaben im Salzlandkreis nun auch wieder für die Bereiche des Einzelhandels notwendig, die nach dem Infektionsschutzgesetz nicht für den täglichen Bedarf benötigt werden.

Um Kontakte zu reduzieren, sollen nach Möglichkeit auch Jugendclubs im Salzlandkreis geschlossen werden. Nach Angaben des Gesundheitsamtes des Salzlandkreises sind die Fallzahlen gerade bei Jüngeren in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Die Schließungen dauern nach Gesetzesvorgaben so lange an, wie der Inzidenzwert im Salzlandkreis nicht wesentlich sinkt. Für den Betrieb in Kindertagesstätten und Schulen aller Schulformen muss der Wert von 165 an fünf aufeinanderfolgende Tage unterschritten werden.

Danach können die Einrichtungen zumindest wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb beziehungsweise in den Modus des Wechselunterrichts wechseln. Bleibt der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgende Tage unter 150, können auch Einzelhändler mit Angeboten des sogenannten erweiterten Bedarfs Einkaufsmöglichkeiten anbieten – mit Termin, Maske und negativem Schnelltest.

„Wir stehen alle wieder vor einer schwierigen und vor allem für viele auch emotional belastenden Situation. Das Infektionsgeschehen im Salzlandkreis ist jedoch leider ungebrochen hoch, die Bundesvorgaben streng. Das macht einen harten Lockdown nötig“, sagt Landrat Markus Bauer.