Geschirr aus Porzellan

Nelbener Heimatverein setzt auf Nachhaltigkeit

Im Gemeinderaum, im Schaukasten und bei Festen werden Speisen und Getränke auf und in Porzellan serviert, einiges davon stammt aus Lettin.

Von Katharina Thormann
Dana Nolte steht am Schaukasten, in dem nun Teller der Porzellanmanufaktur Lettin zu sehen sind.
Dana Nolte steht am Schaukasten, in dem nun Teller der Porzellanmanufaktur Lettin zu sehen sind. (Foto: Engelbert Pülicher)

Nelben/MZ - Wenn man an teures Porzellan denkt, dann an Meißner. Dabei wurde auch in Lettin bei Halle einst weißes Gold für die Kaffeetafel produziert. Und einige Erbstücke aus dieser Porzellanfabrik schlummern noch in den Schränken.

Den Beweis liefert der Nelbener Heimatverein, der inzwischen eine stattliche Sammlung dieses Lettiner Porzellans zusammengetragen hat. Und zwar per Zufall. „Ich hatte in der MZ kürzlich einen Beitrag vom weißen Gold aus Lettin gelesen und musste dann erstmal in unserem Fundus nachschauen“, erzählt Dana Nolte.

Und siehe da: Von den unzähligen Tellern des Vereins, die in gelben Kisten fast bis unter die Decke gestapelt sind, tragen einige auf der Rückseite den Namen: Lettin. Ein Grund mehr, sie auch allen anderen Einwohnern im Ort zu präsentieren. Einmal im Vereinsschaukasten, der monatlich umdekoriert wird und zum zweiten im Fenster des frisch renovierten Gemeinderaumes, der für Feierlichkeiten angemietet werden kann.

„Ich hatte in der MZ kürzlich einen Beitrag vom weißen Gold aus Lettin gelesen und musste dann erstmal in unserem Fundus nachschauen.“

Dana Nolte, Heimatverein Nelben

Genau dort sticht einem eine ganz besondere Sammeltasse ins Auge, die die Aufschrift des Draht- und Seilwerk im Luftlinie knapp vier Kilometer entfernten Rothenburg enthält. „Das haben die Mitarbeiter bei besonderen Anlässen geschenkt bekommen“, weiß Vereinsvorsitzender Jörg Röthling. Und mit der Recherche ist nun auch klar: Es entstand ebenso in Lettin.

Dass der Verein überhaupt über diese stattliche Anzahl an Porzellantellern verfügt, hat einen ganz bestimmt Grund. „Wir legen Wert auf Nachhaltigkeit und wollen Müll reduzieren“, sagt Röthling. Anstatt Papptellern und Styroporbechern werden Kaffee, Kuchen und Glühwein zum alljährlichen Sommerfest und dem Weihnachtsmarkt mit dem ausrangierten Porzellangeschirr der Nelbener kredenzt.

Die Sammlung von ausrangiertem Porzellangeschirr der Nelbener wird größer

Und die Sammlung wird von Woche zu Woche größer. „Auch wenn nie etwas zusammenpasst“, sagt Initiatorin Dana Nolte, so habe jeder Teller, jede Tasse einen Erinnerungswert. Sei es an die Urgroßmutter oder an die Tante, die einst den Sonntagskuchen auf den Sammlerstücken aus Lettin gereicht hat.

Damit die Nelbener noch mehr über die Porzellanmanufaktur im nur 28 Kilometer entfernten Lettin erfahren, hat sich Dana Nolte auch mit dem Stadtmuseum Halle in Verbindung gesetzt, in dem es noch bis zum 27. Februar 2022 eine Lettiner-Porzellan-Ausstellung unter dem Titel „Begehrt und zerbrechlich“ gibt. Deren Eröffnung war bereits für den November vergangenen Jahres geplant, musste aber aufgrund des zeitgleich einsetzenden Corona-Lockdowns zunächst zurückgestellt werden. 500 Exponate sind dort zu sehen.

Eine Sonderedition wurde für das Draht- und Seilwerk Rothenburg produziert.
Eine Sonderedition wurde für das Draht- und Seilwerk Rothenburg produziert.
(Foto: Engelbert Pülicher)

Und vielleicht steht das ein oder andere auch im Schrank von weiteren Nelbenern oder den Nachbarorten. Dana Nolte jedenfalls kann alle nur ermuntern, einmal genauer auf die Aufschrift auf der Unterseite des Porzellans zu schauen.