Deutsche Bahn

Nach fast dreimonatiger Sperrung: Bahnübergang Bebitz halbseitig frei

Die Öffnung gilt ab diesen Freitag. Wo es weiterhin eine Vollsperrung gibt.

Von Carsten Roloff 07.10.2021, 16:25
Der Bahnübergang in Bebitz war fast drei Monate voll gesperrt.
Der Bahnübergang in Bebitz war fast drei Monate voll gesperrt. Foto: Pülicher

Bebitz/MZ - Die Lebendorfer, Gerlebogker und Cörmigker atmen auf. Am 8. Oktober gehört ein „Verkehrsnadelöhr“ im Altkreis Bernburg der Vergangenheit an.

Die Deutsche Bahn hat die Arbeiten am Bahnübergang in Bebitz, die eine fast dreimonatige Vollsperrung zur Folge hatten, so gut wie abgeschlossen. Am Freitag soll der Verkehr zwischen Könnern und Bernburg zumindest wieder halbseitig über die Landesstraße 50 rollen. Allerdings müssen die Arbeiten in der Anliegerstraße „Zur Grund“ noch erfolgen. Diese bleibt dann weiterhin vollgesperrt.

Noch gibt es Probleme

Doch mit der halbseitigen Öffnung der L 50 sind bei weitem nicht alle Probleme beseitigt, die sich im vergangenen Vierteljahr aufgetürmt haben. Denn vor allem die Schwerlast-Transporter haben sich an die weiträumige Umleitung über die A 14 nicht gehalten, sondern trotz Verbots die Schleichwege über die Dörfer genutzt.

Borde und Fußwege sind kaputt, an einigen Stellen große Schlaglöcher im Asphalt oder auf dem Kopfsteinpflaster wie in Lebendorf entstanden. Und für diese Straßen ist nicht der Landkreis, sondern die Kommune Könnern zuständig. „Die Schäden, die durch den Schleichverkehr entstanden sind, können wir nicht rückgängig machen. Wir sind vonseiten des Gesetzes nicht einmal in der Lage, Regressanforderungen an die Bahn zu stellen“, erklärte Könnerns Bürgermeister Mario Braumann (parteilos) auf der vergangenen Stadtratssitzung.

Während der Bauarbeiten.
Während der Bauarbeiten.
Foto: Engelbert Pülicher

Eine Rechtslage, die für die Menschen in der Region kaum nachvollziehbar ist. Dabei hat sich das Ordnungsamt in Könnern um Unterstützung bemüht, jedoch vergeblich. „Wir haben oft genug um Kontrollen durch die Polizei gebeten. Die Anlieger tun mir leid“, so die Leiterin des Könneraner Ordnungsamtes Melanie Müller, die mit ihren Mitarbeitern nicht befugt ist, LKW trotz verbotener Durchfahrt zu stoppen.

Viel Frust angestaut

Stadtrats-Mitglied Martin Zbyszewski (SPD) hat sich sogar selbst an die Straße gestellt und Aufnahmen von LKW angefertigt, die gegen das Durchfahrverbot in Lebendorf verstoßen hatten. „Ich habe dies mit Hilfe der Bilder bei der Polizei angezeigt, aber die Beamten haben nur mit den Schultern gezuckt“, erzählte der Lebendorfer, der nach eigener Angabe folgende Antwort im Revier erhielt. Wegen des polnischen Kennzeichens könne man dieses Fahrzeug nicht ermitteln. Die Anzeige wurde erst gar nicht angenommen. Nicht nur bei Martin Zbyszewski, sondern auch bei den Bewohnern der Orte hat sich in den vergangenen drei Monaten eine Menge Frust angestaut.