Landrat fordert Verlässlichkeit

Muss Kreis mit weniger Impfstoff zurechtkommen?

Markus Bauer: 1.500 Impfungen am Tag im Impfzentrum Staßfurt und in den kommunalen Impfstationen sei nur mit ausreichend Vakzin zu halten

Schwester Christin impft Hannelore Weniger in der Impfstation in Güsten Pülicher

Bernburg - Nach derzeitigem Stand könnte der Salzlandkreis entgegen den Ankündigungen des Bundesgesundheitsministeriums ab Anfang Mai weniger Impfstoff erhalten als bisher. Landrat Markus Bauer (SPD) sagt: „Sollte die Lage so bleiben, wäre das ein herber Rückschlag für unsere Impfkampagne und nach allen Verlautbarungen den Bürgern nicht zu erklären.“

Er habe deshalb bereits mit Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) gesprochen und werde sich gemeinsam mit der Landesregierung dafür einsetzen, dass nach den vollmundigen Versprechen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) tatsächlich auch mehr Impfstoff in die Region geliefert wird.

„Wir setzen seit Wochen innerhalb kürzester Zeit die geforderten Aufgaben in den verschiedensten Bereichen um. Alles, was wir fordern, ist Verlässlichkeit. Die benötigen wir nicht zuletzt für unsere Planungen“, sagt Bauer. Das zuletzt erreichte Tempo von rund 1.500 Impfungen am Tag im Impfzentrum Staßfurt und in den kommunalen Impfstationen sei nur mit ausreichend Vakzin und der Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden zu halten.

Aufgrund der aktuell in Aussicht gestellten Impfstoffmengen können ab Mai zu großen Teilen nur noch Zweitimmunisierungen abgesichert werden. Erstimpfungen seien zwar weiterhin möglich, im Wesentlichen jedoch nur in den Impfstationen in Bernburg und Schönebeck. In diesen Städten haben noch nicht alle Anspruchsberechtigten der Prioritätengruppe 2 der Bundesimpfverordnung das unterbreitete Angebot genutzt.

Der Landrat erklärt dazu: „Wir achten auf eine ausgewogene Verteilung des Impfstoffs in allen Regionen des Salzlandkreises.“ In Bernburg und Schönebeck soll nunmehr das Serum von Moderna geimpft werden. Dieser Impfstoff muss ebenfalls zweimal gespritzt werden, der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung beträgt wie bei Biontech sechs Wochen.

Auch die Termine in der Impfstation in Güsten am Kiesschacht in dieser Woche blieben bestehen, informiert der Verbandsgemeindebürgermeister von Saale-Wipper Jan Ochmann (CDU). Für das Impfzentrum in Staßfurt stellt der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Michling klar, dass bereits vergebene Termine dort weiterhin Bestand haben.

„Wir müssen keine absagen.“ Reduziert werde lediglich das Angebot für noch nicht vergebene Termine. Mit Stand vom Sonntag liegt die Impfquote laut Gesundheitsministerium im Salzlandkreis derzeit bei 27,9 Prozent bei den Erstimpfungen. (mz/tad/sus)