Mordfall in Könnern

Mordfall in Könnern: 61-Jähriger in eigener Wohnung erstochen

Könnern - Eine grausame Tat hat sich in der Nacht zum Samstag in einem Wohnhaus an der Kirche in Könnern abgespielt.

Von Katharina Thormann 10.06.2018, 19:50

Eine grausame Tat hat sich am späten Freitagabend in einem Wohnhaus an der Kirche in Könnern angespielt. Dabei ist ein 61-jähriger Mann niedergestochen worden und kurze Zeit später an seinen schweren Verletzungen gestorben. Wie die Polizei mitteilte, ging in seiner Wohnung offenbar sein Nachbarn mit dem Messer auf ihn los und stach mehrmals zu. Anschließend flüchtete dieser in unbekannte Richtung.

Während der alarmierte Notarzt nach der Türöffnung durch die Feuerwehr Könnern nur noch den Tod des Opfers feststellen konnte, liefen die Ermittlungen der Polizei nach dem geflüchteten Täter auf Hochtouren. Anhand der Spurensicherung und der rechtsmedizinischen Untersuchung erhärtete sich laut Polizei der dringende Tatverdacht gegen den Nachbarn des Opfers.

Spur des Verdächtigen führte zunächst in Richtung Bitterfeld

Stundenlang suchten die Beamten den 19-jährigen Mann, dessen Spur auch in Richtung Bitterfeld führte. Schließlich war der Mann dort aufgewachsen. Am Samstagmittag klickten dann die Handschellen, allerdings nicht in seiner Heimat, sondern gar nicht weit vom Tatort entfernt.

„Er hatte sich in Könnern bei einem Bekannten vor der Polizei versteckt“, sagte Marc Becher, Sprecher der Polizeidirektion Nord. Statt weit weg zu fliehen war der dringend Tatverdächtige nur untergetaucht. In der Wohnung des Bekannten konnten auch Beweismittel, darunter gestohlene Gegenstände aus der Wohnung des Opfers, sichergestellt werden.

Er wurde deshalb noch am Sonntagvormittag dem Haftrichter vorgeführt. Da sich die Beweislage immer mehr erhärtet habe, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes gegen den Mann erlassen und der Tatverdächtige in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. 

Verbrechen in Könnern: Betroffenheit in der Nachbarschaft ist groß

Bis ihm die Ermittlungen abgeschlossen sind und ihm der Prozess gemacht wird, bleibt er dort hinter Schloss und Riegel. Zu den Hintergründen der Tat laufen derzeit die Ermittlungen der Polizei.

Der Verdächtige habe sich gegenüber den Beamten bislang noch nicht zu dem Vorfall geäußert, sagte ein Sprecher der Polizei am Montagmorgen. Gegen den jungen Mann, einen Nachbarn des Getöteten, wurde bereits am Sonntag Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Er kam in Untersuchungshaft. Fraglich ist auch noch der genau Tathergang, der zum Tod des 61-Jährigen führte.

Fest steht nur, dass der tatverdächtige junge Mann nach Angaben der Beamten der Polizeidirektion Nord bisher nur wegen des unerlaubten Schwarzfahrens aufgefallen war. Hinweise auf andere und schwere Delikte finden sich in den Unterlagen offenbar ebensowenig wie Vorstrafen wegen Gewaltvergehen.

Umso größer ist der Schock, unter dem das direkte Umfeld von Täter und Opfer steht. Die Betroffenheit vor allem in der unmittelbaren Nachbarschaft des Toten ist groß. Der 61-Jährige wird als ein sehr ruhiger und umgänglicher Mann beschrieben. Schon mehr als 20 Jahre habe er in dem Haus zwischen Rathaus und Kirche gewohnt. Er sei immer gut mit allen ausgekommen. Erst vor wenigen Wochen war dann offenbar der nun dringend Tatverdächtige in die Nachbarwohnung eingezogen. (mz)