Engpass in Cochstedt

Hält diese marode Brücke bis 2022?

Kämmerer: Brückenbau muss als Verpflichtungsermächtigung in den Haushaltsplan der Stadt Hecklingen aufgenommen werden.

Die Brücke am weißen Tor ist marode muss dringend erneuert werden. Der Verfall ist unübersehbar. 2022 soll der Neubau erfolgen. Foto: Detlef Anders

Cochstedt - Wer die Straße am Weißen Tor in Cochstedt entlangfährt, der denkt sich nicht viel dabei, wenn er an der tiefsten Stelle eine Warnbake sieht, die die Fahrbahn einengt. Dass sich dort ein tieferes Loch in der Fahrbahn verbirgt, sieht man erst auf den zweiten Blick.

Eine Brücke führt hier über den Goldbach. Und wer diese Brücke von der anderen Seite aus genauer betrachtet, der bekommt einen gehörigen Schreck: Überall bröselt Putz aus den Fugen und an einigen Stelen fehlen bereits Steine.

Eine Brückenprüfung habe hier dringenden Handlungsbedarf ergeben, hieß es in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. „Das Ergebnis der Brückenprüfung war mehr als niederschmetternd“, stellte Frank Schinke, Bauamtsleiter der Stadt Hecklingen, fest. Diese Brücke müsse von der Verwaltung als Erstes angegangen werden.

„Das Ergebnis der Brückenprüfung war mehr als niederschmetternd.“

Frank Schinke, Bauamtsleiter der Stadt Hecklingen

Die Ausschreibung der Planungsleistungen werde gegenwärtig bereits vorbereitet. „Die Alternative wäre eine Brückensperrung. Ich denke, das wäre der Supergau für die Verkehrsführung in Cochstedt“, zeigte sich Schinke über die Brisanz und Dringlichkeit im Klaren.

Der Brückenbau müsse für 2022 bereits jetzt als Verpflichtungsermächtigung in den aktuellen Haushaltsplan der Stadt Hecklingen aufgenommen werden, erklärte Stadtkämmerer Sascha Meinert. Im Etat für 2021, den der Kämmerer im Cochstedter Ortschaftsrat vorstellte, hatte er bereits 70.000 Euro Planungskosten aus der Investitionspauschale eingestellt. Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart begrüßte dies. Der Ortsrundgang mit dem Bauamtsleiter sei nicht umsonst gewesen, freute er sich.

Nachdem die Stadtverwaltung den Haushaltsplan 2020 mit Erstattungen des Abwasserzweckverbandes, die letztlich aufgrund eines Gerichtsurteils nicht in der erhofften Höhe kamen, zum Haushaltsausgleich „schöngerechnet“ hatte, wurde das Haushaltsjahr mit einem Defizit in Höhe von 410.000 Euro abgeschlossen. In diesem Jahr könne die Stadt den Fehlbetrag von 2020 aber ausgleichen.

„Dies ist aber nur mit einem Taschenspielertrick möglich“, stellte Meinert klar. Er rechnet damit, dass die Kreisumlage von 2017 in diesem Jahr zurückerstattet wird. Das Verfahren gegen den Salzlandkreis sei nun beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und da Hecklingen bereits die erste und zweite Instanz gewonnen hat, „gehe ich davon aus, dass wir auch die dritte Instanz gewinnen“.

Stadtkämmerer Sascha Meinert rechnet mit Rückerstattung der Kreisumlage

Dann müssten der gesamte Betrag, den Hecklingen als Kreisumlage 2017 an den Salzlandkreis gezahlt hat, und die Gerichtskosten zurückgezahlt beziehungsweise erstattet werden. Es könnten auch noch Zinsen verlangt werden, sagte der Kämmerer und kündigte an, dies auch zu tun. „Da ja der Kreis mit dem Geld arbeiten konnte, das uns zusteht, werden wir das auch noch verfolgen.“

In der Anhörung in Cochstedt stellte Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart fest, dass 2020 nur 6.346 Euro statt der eingeplanten 20.000 Euro für die Straßeninstandsetzung ausgegeben wurden. Der bestätigte Haushalt kam relativ spät, erklärte Meinert. Bis dahin konnten aufgrund der Haushaltssperre nur „unabweisbare“ Ausgaben getätigt werden.

Kosmetische Korrekturen wären nicht drin gewesen. Angesichts der vom Hecklinger Bürgermeister attestierten 95-prozentigen Sanierungs- oder Erneuerungsbedürftigkeit der Cochstedter Straße zeigte sich Weißbart unzufrieden.

Eine Umstellung auf energiesparende LED-Straßenbeleuchtung wäre eine Investition, antwortete Sascha Meinert auf eine andere Nachfrage Weißbarts. Derzeit wäre dies nicht möglich, sagte er. Wenn Lampen kaputtgehen, werden diese jedoch durch LED-Leuchten ersetzt. „Das ist eine sanfte Umstellung“, umschrieb er die Strategie der Stadtverwaltung.

Dadurch, zeigte er sich eher unzufrieden, verzögerten sich Einspareffekte bei den Stromkosten. Die Kosten gehen dann aber in der „Straßenunterhaltung“ unter. Weißbart hätte sich eine weitere Umstellung der Beleuchtung in der Bergstraße gewünscht. (mz/dan)