Fünf-Jahres-Ausblick

Für die Grundschulen im Seeland sieht es gut aus

Lediglich in Hoym gibt es Probleme, weil nicht genügend ABC-Schützen zusammenkommen. Wie die Verwaltung das Problem lösen will.

Von Regine Lotzmann
Im Seeland soll es ein gemeinsames Grundschulzentrum geben. Bis dahin sind die drei bisherigen Grundschulen  im Bestand gesichert.
Im Seeland soll es ein gemeinsames Grundschulzentrum geben. Bis dahin sind die drei bisherigen Grundschulen im Bestand gesichert. (Foto: Frank Gehrmann)

Seeland/MZ - Die Nachrichten, die Sabine Stelzer im Gepäck hat, sind gute. „Die Grundschulen in Gatersleben und Nachterstedt sind die nächsten fünf Jahre in ihrem Bestand nicht gefährdet“, verkündete die Amtsleiterin für Ordnung und Soziales auf der Seeland-Stadtratssitzung am Dienstagabend.

In Hoym gebe es dagegen Probleme. Hier bekommt die Stadt nicht genügend Kinder für die neue Einschulungsklasse zusammen. Gefordert werden vom Land 15 Abc-Schützen, zwölf werden es sein. Auch in den kommenden Jahren werde es nicht besser, befürchtet die Amtsleiterin angesichts der vorliegenden Zahlen. Im Schuljahr 2026/27 werde danach sogar die notwendige Gesamtschülerzahl von 60 Kindern nicht mehr gegeben sein.

„Deshalb haben wir Gespräche mit den zuständigen Behörden geführt“, berichtete Sabine Stelzer von Verhandlungen mit Ministerium, Schulamt und dem Salzlandkreis. „Weil wir mit unserem Grundsatzbeschluss für ein gemeinsames Grundschulzentrum aber zukunftsweisend denken, haben wir die Ausnahmegenehmigung für Hoym erhalten“, sagte sie und ist froh, dass so alle drei Grundschulen im Seeland erst einmal Bestand haben werden.

Hintergrund für diese Zusage ist die neue Schulentwicklungsplanung des Landkreises, die alle fünf Jahre fortgeschrieben werden muss - und nun auch dem Seeland-Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt wurde. Als Grundlage für das Papier würden Strukturdaten und die Vorausberechnung von Schülerzahlen gelten.

Einen dafür genutzten Faktor zweifelt Stadtrat Mario Lange (BIG Seeland) allerdings an. „Seeland ist eine sehr geburtenfreudige Stadt“, sagte er und meinte: Es würden immer mehr Kinder geboren werden als vorausgesagt. „Wir haben hier ein Potenzial, das wir nicht unterschätzen sollten“, sprach er von vielen jungen Familien, die im Seeland leben würden.

„Wenn der Grundsatzbeschluss nicht umgesetzt werden kann, müssen wir eben eine andere Lösung für Hoym finden“,

Sabine Stelzer, Amtsleiterin für Ordnung und Soziales der Stadt Seeland

Eine Rolle spielte die Schulentwicklungsplanung zuvor auch schon im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport. „Wir wissen, dass wir in Hoym zu wenige Schüler haben“, gab Sabine Stelzer dort zu und erklärte, dass die Ausnahmegenehmigung so lange gelte, wie der Plan für das gemeinsame Grundschulzentrum noch im Raum stehe.

Doch konkrete Aussagen zu Fördermitteln, ohne die der Neubau nicht möglich wäre, gebe es vom Land noch nicht. „Alles ist noch in der Schwebe“, sagte die Amtsleiterin. Mit einer Zu- oder Absage rechnet sie nicht vor Ende des Jahres. „Wir sind in einem konstruktiven Austausch mit dem Ministerium. Aber es gab ja gerade erst die Landtagswahlen. Die Regierung bildet sich erst“, begründete sie das.

„Und wenn der Grundsatzbeschluss nicht umgesetzt werden kann, müssen wir eben eine andere Lösung für Hoym finden“, sprach Stelzer von dem Grundschulverbund, der vor dem geplanten Schulneubau im Stadtrat bereits besprochen wurde. „Das ist unser Plan B.“

„Wenn die Entscheidung kommt, müssen wir reagieren können und flott umsteigen“, erklärte Ursula Deppner (BIG Seeland) während der Ausschusssitzung und fragte deshalb nach dem Stand für die Planungen zu einem Grundschulverbund. Doch Ausschusschef Tim Hase (CDU) beruhigte: „Wir haben mit allen Beteiligten gesprochen und können auf jedes Szenario reagieren.“

Im Bildungsausschuss sprachen sich drei Mitglieder für die neue Schulentwicklungsplanung aus, vier enthielten sich. Im Stadtrat waren die Räte einstimmig für das Papier.