Corona im Salzlandkreis

Fördern neue Regeln den Einkaufstourismus?

Sieben-Tage-Inzidenz sank laut Robert-Koch-Institut zwar auf 177, dennoch bleibt die Ampel im Salzlandkreis auf Rot.

Von Torsten Adam
Schaufensterpuppen in einem geschlossenen Bekleidungsgeschäft dpa

Bernburg - Der Salzlandkreis macht Tempo: Am Montag wurden mit 1.550 und am Dienstag mit 2.592 Erstimpfungen jeweils die meisten unter allen Regionen in Sachsen-Anhalt realisiert. Die Quote stieg damit auf 23,8 Prozent und verkürzte den Rückstand auf den Landesschnitt von 25,4 Prozent. Vollständig immunisiert durch die zweite Spritze sind allerdings erst 5,2 Prozent im Kreis und 6,7 im Land.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sank am Mittwoch nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zwar zum Vortag von 185 auf 177, dennoch bleibt die Ampel im Salzlandkreis auf Rot. Erst wenn an fünf aufeinanderfolgenden Tagen der Wert unter 165 bleibt, dürfen Schulen und Kitas ab dem siebten Tag wieder außerhalb der aktuellen Notbetreuung öffnen.

Für den Einzelhandel, der keine Artikel des täglichen Bedarfs anbietet, liegt die Grenze mit 150 noch tiefer. Erst unter dieser Marke ist wieder Terminshopping mit Vorlage eines negativen Corona-Testergebnisses möglich. Diese bundesweite Regelung könnte nun den Einkaufstourismus fördern.

Neue Inzidenz-Grenze zur Wiedereröffnung des Einzelhandels liegt bei 150

Denn Salzländer dürfen nach aktuellem Stand nach Magdeburg, in die Börde, ins Jerichower Land und nach Anhalt-Bitterfeld reisen, um dort nach entsprechender Terminbuchung beispielsweise in Möbelhäusern, Parfümerien oder Modeboutiquen ihren Konsumhunger zu stillen. Für vollständig Geimpfte entfällt laut Sozialministerium auch die Testpflicht. In den genannten Regionen bewegen sich die Inzidenzwerte jeweils unterhalb der 150er Marke.

Das Gesundheitsamt des Salzlandkreises meldete derweil 81 neue Positivtests, unter anderem in der Regenbogen-Grundschule Bernburg. Nunmehr gelten 665 Einwohner als infiziert. Hotspot Nummer eins bleibt mit 185 aktiven Fällen die Stadt Bernburg. Weit dahinter folgen die anderen Mittelzentren Aschersleben (78), Schönebeck (77) und Staßfurt (63). Im übrigen Altkreis Bernburg verteilen sich die Infizierten auf Nienburg (40), Saale-Wipper (37) und Könnern (32).

Durch zwei neue Todesfälle stieg die Zahl der Menschen, die seit Pandemieausbruch vor gut einem Jahr mit oder am Coronavirus starben, auf 322. Dabei handelt es sich um einen 75-jährigen Bernburger und einen 82-jährigen Hecklinger.

Elf Covid-19-Patienten müssen intensivmedizinisch versorgt werden

41 Einwohner befinden sich nach Angaben der Kreisverwaltung derzeit in stationärer Behandlung, das sind sechs weniger als am Vortag. Elf Covid-19-Patienten müssen intensivmedizinisch versorgt werden, acht von ihnen beatmet werden. Laut Divi-Register waren am Mittwoch in den Ameos-Kliniken des Salzlandes 33 der 37 bereitgestellten Intensivbetten belegt. (mz)