Bürgerentscheid

Bürgerentscheid: Bekommt Alsleben den Zusatz „Schifferstadt“?

Alsleben - Die Alslebener sollen in einem Bürgerentscheid darüber befinden, ob die Stadt Alsleben die Verleihung des Namens „Schifferstadt Alsleben (Saale)“ beantragen soll. Hinter der Idee der CDU/FDP-Stadtratsfraktion steckt der Wunsch, dass die Stadt sich einerseits so touristisch besser vermarkten lässt und andererseits sich deutlicher von den Mitgliedsgemeinden in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper ...

Von Detlef Valtink

Die Alslebener sollen in einem Bürgerentscheid darüber befinden, ob die Stadt Alsleben die Verleihung des Namens „Schifferstadt Alsleben (Saale)“ beantragen soll. Hinter der Idee der CDU/FDP-Stadtratsfraktion steckt der Wunsch, dass die Stadt sich einerseits so touristisch besser vermarkten lässt und andererseits sich deutlicher von den Mitgliedsgemeinden in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper unterscheidet.

Die Kommunalpolitiker wollen den Bürgerentscheid aus Kostengründen am 4. September durchführen. An diesem Sonntag steht auch die Wahl des Verbandsgemeindebürgermeisters an. Um die gesetzlichen Fristen einzuhalten, hat die Fraktion die Einberufung einer außerordentlichen Ratssitzung beantragt. Zwei Drittel des Rates müssten dann dem Antrag zustimmen, um den Entscheid durchführen zu können. Wie der CDU/FDP-Stadtratsfraktions-Vorsitzende Alexander Siersleben in seinem Antrag aufführt, folge man mit diesem Schritt dem Wunsch vieler Alslebener. Die hatten im Rahmen des ersten sogenannten Stadtrundganges (die MZ berichtete) den Vorschlag thematisiert.

Denn Alsleben und die Saale sind geschichtlich untrennbar verbunden. So war der Fluss ausschlaggebend für die ersten Ansiedlungen. Als dann im Jahr 1583 der erste regelmäßige Schiffsverkehr auf der Saale eingerichtet wurde, waren zahlreiche Alslebener als Frachtkapitäne auf dem Fluss unterwegs. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Saale-Schifffahrt einen gewaltigen Aufschwung. Der Fluss selbst wurde nun endgültig zur sicheren Wasserstraße ausgebaut. Von Alsleben aus wirkten Organisationen zum Wohl der Saale-Schifffahrt, denen sich bald viele Schifferorte anschlossen. Führender Kopf der Bewegung war der Alslebener Schifffahrtsdirektor Carl Trimpler.

Er gründete 1823 die „Schifffahrts-Sozietät“, 1829 die „Schiffer-Hilfskasse“ als soziale Absicherung und übernahm 1848 für Alsleben die Kähne des preußischen Salzkontors und das Monopol der Salzverschiffung. Über 120 Kähne aus dem „Heimathafen Alsleben“ befuhren die deutschen Binnenstraßen. Weitere Informationen zur Schifffahrt in Alsleben gibt es hier. (mz)