Naturschutz

Blühwiese entsteht neben ehemaligen Einkaufszentrum Ilberstedt: Sträucher und Wildblumen wurden gepflanzt

Ilberstedt - „Bei der Auswahl mit der zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin in Saale-Wipper wurde nicht nur auf die Optik wert gelegt, sondern auch darauf geachtet, dass die ganze Blühperiode etwas zu sehen ist“, sagte Katrin Winkler-Hindricks von der Salzlandsparkasse, die die Pflanzaktion mit Geld aus dem Umweltschutzprojekt „Klima-Euro“ unterstützt.

Von Susanne Schlaikier

Der Name klingt wie aus einem Märchen: Zaubernuss. Ja, wenn die Pflanze tatsächlich zaubern könnte, dann würde sich der Ilberstedter Bürgermeister Lothar Jänsch ein größeres finanzielles Polster für seine Gemeinde wünschen. Dies wiederum steht vermutlich nicht in der Macht der Zaubernuss. Zumindest aber soll sie mit ihren gelb, orange oder rot leuchtenden Blüten künftig das Dorfbild verschönern.

Duftschneeball, Sommerflieder und Blutjohannisbeere

Auf der Fläche neben dem ehemaligen Einkaufszentrum in Ilberstedt wurde der Winterblüher von den Gemeindearbeitern zusammen mit neun anderen Sträuchern gepflanzt, die ähnlich klangvolle Namen haben, darunter Duftschneeball, Sommerflieder, Blutjohannisbeere oder Maiblumenstrauch.

„Bei der Auswahl mit der zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin in Saale-Wipper wurde nicht nur auf die Optik wert gelegt, sondern auch darauf geachtet, dass die ganze Blühperiode etwas zu sehen ist“, sagte Katrin Winkler-Hindricks von der Salzlandsparkasse, die die Pflanzaktion mit Geld aus dem Umweltschutzprojekt „Klima-Euro“ unterstützt.

Eine genaue Summe konnte sie jedoch nicht nennen. Und genau genommen, sind es die Bank-Kunden, die solche Aktionen möglich machen, indem sie ihr Konto freiwillig „Klima neutral“ stellen.

Saatgut wurde von Hochschule Anhalt für diesen Boden zusammengestellt 

Aber nicht nur die Einwohner von Ilberstedt sollen künftig von der bunten Blütenpracht profitieren, sondern auch die Insekten. Denn hier haben sie eine große Auswahl bei der Nahrungssuche. Hinzu kommt nämlich noch eine Blühwiese auf dem Rondell in der Mitte der Grünfläche.

Das Saatgut wurde professionell von Mitarbeitern der Hochschule Anhalt in Strenzfeld eigens für diesen Boden zusammen gestellt. Hinzu kommen Blumenzwiebeln, die ebenfalls die Sparkasse gesponsert hat. „Ich bin gespannt, wie es aussieht, wenn alles blüht“, sagt Katrin Winkler-Hindricks.

Ähnlich wurde auf dem Kreisverkehr am Gewerbegebiet Richtung Güsten verfahren. Auch hier soll eine Blühwiese entstehen. Das aber sei gar nicht so einfach, denn die Fläche musste in den vergangenen drei Wochen aufwendig vorbereitet werden. Elf Tonnen Sand seien dort jüngst verteilt worden, erzählt Lothar Jänsch.

„Das Rondell sah unansehnlich aus, ebenso wie der Kreisel. Wir haben schon seit Jahren versucht, das zu ändern“, sagt der Bürgermeister. Da kam das Projekt der Sparkasse gerade recht. Und wie Winkler-Hindricks erzählt, sei Ilberstedt die erste Gemeinde gewesen, „die auf uns zugekommen ist“. Andere Kommunen seien zunächst zurückhaltend gewesen.

Auch Kreisverkehr am Gewerbegebiet Richtung Güsten wird erblühen

Lothar Jänsch würde jedenfalls im nächsten Jahr gern noch einmal um Unterstützung bitten. Er wüsste nämlich noch mindestens zwei Stellen - rund um das Denkmal sowie eine größere Fläche auf dem Friedhof - wo sich Wildblumen bzw. Sträucher sehr gut machen würden.

Zunächst aber hofft er, dass die Samen und Pflanzen, die schon jetzt in der Erde sind, gut gedeihen. Wenn es in den nächsten Tagen nicht genügend regnen sollte, werde die Gemeinde nachhelfen und gießen, kündigt der Ilberstedter Ortschef an. (mz)