Wirtschaftsweg nach Frose

Anwohner in Nachterstedt ärgern sich über illegalen Straßenverkehr

Eine Bürgerin wendet sich im Ortschaftsrat an den Bürgermeister. Dabei geht es auch um Lärm am Sportplatz.

Von Regine Lotzmann
Der Verbindungsweg zwischen Frose und Nachterstedt ist gesperrt, trotzdem wird er von vielen Autos genutzt
Der Verbindungsweg zwischen Frose und Nachterstedt ist gesperrt, trotzdem wird er von vielen Autos genutzt (Foto: Frank Gehrmann)

Nachterstedt - Helga Wenke macht sich auf der jüngsten Ortschaftsratssitzung von Nachterstedt Luft: „Das war mal eine sehr ruhige Wohnlage“, berichtet die Seniorin von ihrem Haus in der Lindenstraße. „Aber unsere Lebensqualität hat enorm gelitten“, beklagt sie den Lärm, dem die Familien dort ausgesetzt sind. Auf der einen Seite die Autobahn. „Wenn der Wind ungünstig steht, denken wir, die Autos fahren direkt durch unseren Garten.“

Genau am Grundstück führt auch der Weg nach Frose entlang. „Der ist offiziell gesperrt, davon merkt man aber nichts“, sagt die Nachterstedterin. Ab 4.45 Uhr würden dort Fahrzeuge entlang kommen - bis nachts 23 Uhr. Die Kontrollen durch die Polizei hält sie für erfolglos - „das Polizeiauto steht ja so, dass man es schon von weitem sieht“. Und auch von den Bestrebungen des Froser Ortsbürgermeisters, diesen Feldweg wieder für den Verkehr zu öffnen, hält sie nichts. „Die einspurige Strecke ist einfach nicht gemacht dafür“, erklärt sie das.

„Sorgenkind ist aber der Sportplatz.“ Dort fehle inzwischen das Tor, sodass jeder zu jeder Zeit Zugang habe. Wenke berichtet von illegalen Mopedrennen am Wochenende und Krach von der Sitzgruppe her. „Wenn dort Leute nach dem Fußballspiel ein Bier trinken, kein Problem, aber wenn nachts um 3 meine Fensterscheiben vibrieren, weil Jugendliche ihre Musik so laut haben, dann geht das nicht.“

„Das Polizeiauto steht ja so, dass man es schon von weitem sieht.“

Helga Wenke aus Nachterstedt über Kontrollen der Polizei

Sie habe deshalb schon Gespräche mit Bürgermeisterin und Ortsbürgermeister geführt, eine Straßenberuhigung und Tempo 30 vorgeschlagen, aber nichts habe bisher geholfen. Weshalb sie sich nun im Ortschaftsrat Gehör verschaffen wollte. „Ich will nicht als Stänker dastehen, die Leute sollen ja feiern - aber der ständige Lärm macht krank“, gibt die Seniorin zu bedenken.

„Ich kann nicht versprechen, alles abzustellen“, erklärt Ortsbürgermeister Steffen Groß (Unabhängige Wählergemeinschaft Nachterstedt). Aber er wolle eine Struktur in die angesprochenen Punkte bringen und schauen, wie was angegangen werden könne. Und er fragt Helga Wenke, welche Dinge ihr am wichtigsten sind.

„Gut wäre, wenn man den Sportplatz verschließt, damit nicht jeder mit Auto und Moped darauf herumfahren kann - dadurch würden sich auch einige andere Probleme gleich mit erledigen“, meint die Seniorin. „Und Kontrollen am gesperrten Feldweg zu Zeiten, wo da die meisten Autos fahren, und dass sich die Polizei so hinstellt, dass sie nicht gleich zu sehen ist.“

Das Einrichten einer 30-Zone sei nicht so einfach, gaben die Ortschaftsräte zu bedenken, die sich mit diesem Thema bereits beschäftigt hatten. Aber das Verschließen des Sportplatzes müsste machbar sein. „Ich möchte, dass Verständnis aufgebaut wird für die Leute, die dort wohnen“, meinte Groß zudem. (mz)