Bürgermeisterwahl

Amtsinhaberin in Nienburg gewinnt im ersten Wahlgang

Ein Wahlsieg von Susan Falke zeichnete sich zwar ab, doch das Auszählen der vielen Briefwähler zog sich bis in den späten Abend hin.

Von Thomas Weißenborn
Banges Warten im Büro. Bis in die späten Abendstunden war für Bürgermeisterin Susan Falke nicht klar, ob sie in eine Stichwahl muss.
Banges Warten im Büro. Bis in die späten Abendstunden war für Bürgermeisterin Susan Falke nicht klar, ob sie in eine Stichwahl muss. Foto: Engelbert Pülicher

Nienburg - Es war ziemlich exakt eine Stunde nach Schließung der Wahllokale in der Einheitsgemeinde Nienburg, als das erste vorläufige Ergebnis aus einem Ortsteil gemeldet wurde. Gegen 19 Uhr waren die Wahlhelfer in Latdorf mit dem Auszählen fertig. Mit 58 Prozent hatte in dieser Ortschaft Amtsinhaberin Susan Falke (parteilos) die Nase vorn.

Auch in Wedlitz holte die Bürgermeisterin mit knapp 55 Prozent kurz darauf die absolute Mehrheit. Diese benötigte sie allerdings nicht nur in Latdorf und Wedlitz, sondern in der gesamten Einheitsgemeinde, um eine Stichwahl zu vermeiden.

Patrick Hölscher (SPD) aus Neugattersleben lag dort mit 47 Prozent vorn

Bis in den späten Abend hinein blieb diese Frage ungeklärt, denn der Neugatterslebener Kandidat Patrick Hölscher (SPD) räumte erwartungsgemäß in seinem Heimatort ab. Mit 47 Prozent aller dort abgegebenen gültigen Stimmen holte er im Heimatdorf sein bestes Ergebnis. Susan Falke kam hier auf 40,7 Prozent, Mathias Henning-Kersten (Die Linke), der dritte Kandidat bei dieser Bürgermeisterwahl, nur auf 12,3 Prozent.

Henning-Kersten wiederum hatte in Gerbitz die besten Karten. Gegen 20 Uhr traf das Ergebnis von dort ein. Der Linke erzielte in Gerbitz mit 46,7 Prozent sein bestes Ergebnis unter allen Ortsteilen. In Altenburg und Pobzig lag Susan Falke wieder vor ihren Mitbewerbern.

Die kleineren Ortsteile waren gegen 20.15 Uhr allesamt ausgezählt. Kurz danach trafen aus den Nienburger Wahllokalen im Klubhaus „Maxim Gorki“ und aus der Saale-Bode-Sporthalle die Ergebnisse ein. In beiden lag die Bürgermeisterin über der 50-Prozent-Marke.

Mathias Henning-Kersten erzielte mit 46,7 Prozent sein bestes Ergebnis in Gerbitz

Doch insgesamt sollte es für die Amtsinhaberin noch nicht reichen. Mit knapp 49 Prozent aller bis dahin ausgezählten Stimmen hätte sie in die Stichwahl gemusst. Das Wahllokal an der ehemaligen Feuerwehr hob Susan Falkes Gesamtergebnis erstmals über die 50-Prozent-Marke.

Nun fehlte nur noch das Ergebnis der Briefwähler. Die Zahl der Wahlberechtigten, die in Coronazeiten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, ist bekanntlich sehr hoch. Die Auszählung der Briefwahlstimmen sollte also das Zünglein an der Waage sein, ob und gegen wen Susan Falke in eine eventuelle Stichwahl ziehen müsste.

Zu diesem Zeitpunkt kam sie auf 51,3 Prozent, Mathias Henning-Kersten auf 25,5 Prozent und Patrick Hölscher auf 24,4 Prozent. Banges Warten war also angesagt. Susan Falke verfolgte in ihrem Büro, im Rathaus am Markt, gemeinsam mit ihrer Familie am Computer, wie Ergebnis auf Ergebnis aus den Wahllokalen eintraf.

Patrick Hölscher sieht die Zeit gekommen für einen Wechsel im Rathaus.
Patrick Hölscher sieht die Zeit gekommen für einen Wechsel im Rathaus.
(Foto: Pülicher)

Nur die Auszählung der Briefwahlstimmen ließ lange auf sich warten, da an diesem Abend zuerst die gleichzeitig stattgefundene Landtagswahl ausgezählt werden musste. Patrick Hölscher freute sich auf MZ-Anfrage über sein Ergebnis in Neugattersleben.

„Die Arbeit hier im Ort trägt Früchte“, sagte er. Mathias Henning-Kersten war am Wahlabend telefonisch nicht zu erreichen. Susan Falke sagte: „So richtig freuen kann ich mich erst, wenn das Endergebnis feststeht und ich die absolute Mehrheit errungen habe.“ (mz)

Die Auszählung der insgesamt rund 1.200 Briefwahlstimmen sollte sich noch bis in die Nacht hinziehen, prognostizierte Wahlleiterin Luisa Windirsch am Sonntag gegen 21.30 Uhr, kurz vor Redaktionsschluss. Sollte eine Stichwahl stattfinden müssen, werden die Einwohner der Einheitsgemeinde Nienburg am Sonntag, 20. Juni noch einmal an die Wahlurnen gerufen, informierte Luisa Windirsch.

Am Ende gewann Susan Falke die Wahl im ersten Wahlgang deutlich: Die Amtsinhaberin bekam 1.780 von 3.384 gültigen Stimmen (entspricht 52,6 Prozent), Mathias Henning-Kersten (Die Linke) 832 Stimmen (entspricht 24,6 Prozent) und Patrick Hölscher (SPD) 772 Stimmen (entspricht 22,8 Prozent). Weil Falke damit mehr als die Hälfte aller abgegebene Stimmen erzielte (1.692 Stimmen), ist keine Stichwahl nötig. (mz)