trotz vollzeitarbeit

Zehntausenden Beschäftigten in Sachsen-Anhalt droht die Altersarmut

Alterarmut ist eine Angst, die viele Beschäftigte umhertreibt. Auch in Halle und Magdeburg droht vielen Beschäftigten nach dem Austritt aus dem Berufsleben ein Leben im Prekariat, da das Rentengeld zu niedrig ist - trotz Vollzeitbeschäftigung.

Von Alexander Wermter
Zehntausende Beschäftigte sind in Sachsen-Anhalt von Altersarmut bedroht.
Zehntausende Beschäftigte sind in Sachsen-Anhalt von Altersarmut bedroht. Foto: Symbol/Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR - Zehntausenden Beschäftigten in Sachsen-Anhalts Großstädten droht Altersarmut. Trotz jahrzehntelanger Arbeit laufen in Halle rund 10.900 Vollzeitbeschäftigte Gefahr, eine Rente, die unterhalb der Grundsicherungsschwelle von 835 Euro liegt, zu erhalten. In Magdeburg sind es sogar über 12.000 Arbeitnehmer, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung mitteilt.

Demnach verdienen in Halle 19 Prozent aller Beschäftigten, die in Vollzeit arbeiten, weniger als 2.050 Euro brutto im Monat. In Magdeburg liegt der Satz bei 18,3 Prozent. Wie es von der Gewerkschaft weiter heißt, müssten die von Alterarmut bedrohten Beschäftigten rechnerisch sogar länger als 45 Jahre arbeiten, um die Grundsicherungsgrenze zu erreichen.

"Altersarmut ist kein Schreckensszenario in der Zukunft, sondern für viele Menschen längst Realität. Die Rente derer, die etwa jahrzehntelang in einer Bäckerei oder Gaststätten gearbeitet haben, reicht schon heute oft nicht aus", sagt Holger Willem, Geschäftsführer der NGG-Region Magdeburg. Die Gewerkschaft fordert deshalb eine Stärkung der gesetzliche Altersvorsorge durch die Politik.