Vorerst doch keine verschärften Zugangsregeln

Tullner zieht Hauptschulplan zurück

Von Jan Schumann
Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Magdeburg

- Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) zieht Pläne zurück, laut denen die Zugangsvoraussetzungen für den Sekundarschulabschluss verschärft werden sollten. Das sagte er der MZ am Montag. Es habe „teilweise sehr unsachliche“ Debattenbeiträge zu diesem Punkt der neuen Versetzungsverordnung gegeben, kritisierte der Hallenser. „Vorerst“ werde dieser Teil der Verordnung nun nicht kommen. Er solle aber im kommenden Schuljahr „erneut aufgegriffen und breit diskutiert werden“, sagte Tullner. „Es bleibt das Ziel, möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu einem guten Schulabschluss zu bringen, der den Anforderungen der späteren Berufswelt auch gerecht wird.“

Nach Tullners ursprünglichen Plänen sollten nur noch Schüler für den Sekundarschulabschluss zugelassen werden, die zum Ende der sechsten Klasse durchgängig mindestens Note drei in versetzungsrelevanten Fächern erreichten - bisher reichte dafür eine Vier. Nach den neuen Regeln sollte maximal noch eine Vier mit einer besseren Note ausgeglichen werden können - bisher können Schüler sogar eine einzelne Fünf ausgleichen.

In der Praxis hätten die neuen Regeln bedeutet, dass deutlich mehr Kinder zunächst nur noch für den Hauptschulabschluss zugelassen gewesen wären. Tullners Koalitionspartner von SPD und Grünen hatten sich vehement gegen den Plan für verschärfte Zugangsregeln gewehrt: Gerade in der Corona-Pandemie sei der Schulunterricht für viele Kinder ohnehin schwieriger.

Tullner betonte am Montag, dass der kritisierte Ursprungsvorschlag durch „Schulpraktiker“ erarbeitet gewesen sei. Sein Ministerium hatte zudem argumentiert, dass sich viele Schüler im unpassenden Schulzweig quälten und die geänderten Zugangsregeln eine Motivationshilfe sein könnten. Tullner kündigte an: „Gemeinsam mit den Fachverbänden aber auch den Kammern sollen die Regelungen für den Real- und Hauptschulabschluss intensiv erörtert und diskutiert werden.“ (mz)