Linke fordert Eingreifen

Sachsen-Anhalt: Dreck von Krähen sorgt für Unmut

Magdeburg - Saat- und Rabenkrähen machen aus Sicht der Linkspartei zunehmend Probleme in Sachsen-Anhalt.

Saat- und Rabenkrähen machen aus Sicht der Linkspartei zunehmend Probleme in Sachsen-Anhalt.
Saat- und Rabenkrähen machen aus Sicht der Linkspartei zunehmend Probleme in Sachsen-Anhalt. dpa

Vogeldreck in Parks, auf Straßen und Plätzen: Saat- und Rabenkrähen machen aus Sicht der Linkspartei zunehmend Probleme in Sachsen-Anhalt. Dreck und Lärm der Tiere sorgten häufig für Unmut bei der Bevölkerung, sagte der Linken-Angeordnete Andreas Höppner.

„Wir müssen dringend etwas tun“, forderte der Politiker aus der Altmark. Betroffen sei vor allem die Stadt Kalbe im Altmarkkreis Salzwedel. Aber auch andernorts machten sich die Vögel zunehmend breit und sorgten für Probleme. In einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage Höppners werden etwa der Kreis Anhalt-Bitterfeld und der Burgenlandkreis im Süden des Landes genannt.

Ministerium: Beurteilung von Schäden sei schwer

Das Ministerium räumte das Problem grundsätzlich ein. Eine pauschale Beurteilung von Schäden und Belastungen sei jedoch nicht möglich. Zudem ist es schwierig, in die Bestände einzugreifen: Saatkrähen stehen unter strengem Schutz und dürfen nicht gejagt werden, Rabenkrähen nur in geringem Umfang. Zwar sei der Unmut vieler Bürger verständlich, die Belastungen durch die Saatkrähenkolonien hielten sich jedoch im üblichen Rahmen und seien zu dulden.

In einem Park in Kalbe sei die Verschmutzung besonders schlimm, sagte Höppner. Teils könnten Fußgänger auf den Wegen kaum noch spazieren gehen. Auch das Ministerium schätzt die Lage als grenzwertig ein. Die Bevölkerung werde durch ständigen Kotfall und herabfallendes Nistmaterial „nicht unwesentlich beeinträchtigt.“ Nirgendwo in Sachsen-Anhalt gebe es ähnlich viele der Vögel auf engem Raum.

Bisherige Maßnahmen bleiben erfolglos

Deshalb wurden dort trotz des strengen Schutzes der Tiere immer wieder Maßnahmen erlaubt, um sie zu vertreiben. So wurden etwa Äste aus den Bäumen geschnitten und Nester außerhalb der Brutzeit entfernt. Laut Höppner haben diese Versuche jedoch keinen Erfolg gebracht. „Die kommen sofort wieder“, sagte der Parlamentarier. Bestenfalls kurzfristig brächten solche Einzelmaßnahmen Entspannung.

Ein Blick auf die Zahlen scheint das zu bestätigen. Zwar sank die Zahl der Brutpaare an Saatkrähen im Jahr nach solchen Vergrämungsmaßnahmen deutlich. Schon ein Jahr später war aber bereits wieder das Ausgangsniveau erreicht. Für Sachsen-Anhalt wurden zuletzt rund 3.400 Saatkrähen-Brutpaare gezählt, allein in Kalbe waren es etwa 450. Für die Rabenkrähe gibt es nur Schätzungen. Starke Zuwächse seien aber in beiden Fällen nicht zu beobachten.