Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt: Bildungsminister Tullner mit Sprechstunde auf Facebook

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Landesregierung geht online neue Wege: Sie will auf ihren Facebook-Account eine Bürgersprechstunde per Facebook-Livestream anbieten. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) startet am Montagabend durch. Der CDU-Politiker will live Fragen zum Thema Schule beantworten.

07.08.2016, 16:29

Sachsen-Anhalts Landesregierung geht online neue Wege: Einem Experten zufolge ist die bisher eher zögerlich im Netz agierende Regierung deutschlandweit die erste, die auf ihrem offiziellen Account eine Bürgersprechstunde per Facebook-Livestream anbietet.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) startet am Montagabend durch. Der CDU-Politiker will live Fragen zum Thema Schule beantworten.

Sachsen-Anhalts Landesregierung: Viel verschlafen in Sachen Internet.

Bisher habe es zwar bereits Spitzenpolitiker gegeben, die ihre persönlichen Online-Profile für Antwortrunden nutzten, sagte Politikberater Martin Fuchs.

So habe etwa die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf ihrem Profil von der Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Sachsen-Anhalt habe bei der Online-Kommunikation bisher viel verschlafen und augenscheinlich den Nachholbedarf erkannt. Er berät mehrere Landesregierungen und Ministerien sowie Bundesparteien, wie sich die Menschen wieder kontinuierlich für Politik begeistern lassen.

Facebook-Sprechstunde der Landesregierung: Keine Alibi-Veranstaltung

„Die Online-Sprechstunde darf aber keine kurze Alibi-Veranstaltung sein, sondern muss kontinuierlich fortgesetzt werden“, rät er. Auch dürfe die virtuelle Gesprächsfreude nicht nur bei wenigen Ressortchefs liegen. „Jeder Minister muss sich rundum beteiligen.“

Bisher falle besonders Umweltministerin Claudia Dalbert auf. Die einzige grüne Ministerin der Kenia-Koalition sei mit ihren Facebook-Schalten und Online-Angeboten „um ein Vielfaches kreativer als ihre Kollegen.“ So könnte das Netz ein Weg sein, um wieder mehr Menschen zu erreichen.

Auch als Gegengewicht zur rechtspopulistischen AfD, die auch dank ihrer aktiven Arbeit in den sozialen Netzwerken bei den Landtagswahlen zweitstärkste Kraft geworden war. (mz/dpa)