Handwerk

Handwerk in Sachsen-Anhalt beklagt steigende Energiepreise

Von dpa 13.10.2021, 12:24
Die Kosten für Strom steigen immer weiter.. Foto: J. Büttner/Archiv
Die Kosten für Strom steigen immer weiter.. Foto: J. Büttner/Archiv dpa-Zentralbild

Magdeburg/dpa - Die steigenden Energiepreise sind laut Handwerkskammer eine große Belastung für die Betriebe. „Besonders die energieintensiven Unternehmen, etwa das Lebensmittelhandwerk, Wäschereien oder Service-Betriebe mit großen Fuhrparks, leiden unter dem enormen Kostendruck“, sagte Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, am Mittwoch. Das „energiepolitische Zieldreieck aus Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Umweltfreundlichkeit der Energieversorgung“ dürfe nicht zu Ungunsten der Bezahlbarkeit aus dem Gleichgewicht geraten.

Die Klimawende werde nur akzeptiert, wenn auch eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung weiterhin möglich sei, sagte Grupe. Die Mehrbelastung durch die CO2-Bepreisung müsse an anderer Stelle zu Entlastungen von kleinen und mittleren Unternehmen führen. Als weiteres kostentreibendes Beispiel nannte Grupe die EEG-Umlage. „Die Umlage muss schleunigst deutlich abgesenkt und mittelfristig abgeschafft werden.“

Steigende Energiepreise machen Handwerk in Sachsen-Anhalt teuer

Die EEG-Umlage finanziert die Förderung von Ökostrom-Anlagen in Deutschland. Sie ist neben anderen Abgaben, Produktionskosten und Netzentgelten ein wesentlicher Bestandteil der Stromrechnung. Damit die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht drastisch steigt, hatte die Bundesregierung sie für 2021 und 2022 mit milliardenschweren Steuergeldern aus dem Haushalt stabilisiert. In ihren Wahlprogrammen zur Bundestagswahl hatten alle großen Parteien versprochen, die EEG-Umlage abzuschaffen oder zu senken.

Die Teuerung im Handwerk wird seit längerem von steigenden Energiepreisen angeheizt. Die weltweite Nachfrage unter anderem nach Rohöl ist angesichts der Konjunkturerholung nach dem Einbruch in der Corona-Krise groß. In Deutschland sind zudem seit Jahresbeginn 25 Euro Klimaabgabe je Tonne Kohlendioxid fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht.