Extremismus

Fackenheim-Preis für Unterstützung nach Halle-Anschlag

Von dpa 23.09.2021, 16:30 • Aktualisiert: 25.09.2021, 09:07

Halle - Der Emil-L.-Fackenheim-Preis für Toleranz und Verständigung der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale) geht in diesem Jahr an das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle (Saale) und die Künstlerin Lidia Edel. Das Team des Krankenhauses habe nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019 „barmherzig und freimütig die Überlebenden in Obhut genommen und ihnen wichtige seelische Unterstützung geboten“, hieß es in einer Mitteilung der Gemeinde am Donnerstag. Die Künstlerin Lidia Edel habe für die Opfer dieses Terroranschlags ein Denkmal vor der Synagoge geschaffen. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr geteilt.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwerbewaffneter Terrorist versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge von Halle einzudringen und ein Massaker anzurichten. Er gelangte jedoch nicht in das Gotteshaus, erschoss dann die 40-jährige Passantin Jana L. und später in einem Döner-Imbiss den 20-Jährigen Kevin S. Auf der Flucht verletzte er weitere Menschen und lieferte sich einen Schusswechsel mit der Polizei, bevor er festgenommen wurde.

Emil Ludwig Fackenheim wurde am 22. Juni 1916 in Halle geboren. Der Philosoph und Rabbiner schrieb Studien zu Kant, Hegel und Schelling. In der Reichspogromnacht wurde er verhaftet und war bis Anfang 1939 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Anschließend floh er nach Großbritannien und lebte später in Kanada. 60 Jahre nach der Vertreibung aus seiner Geburtsstadt Halle wurde ihm 1999 die Ehrendoktorwürde der Universität verliehen. Am 18. September 2003 starb Fackenheim in Jerusalem. Der nach ihm benannte Preis wurde erstmals 2003 vergeben.