Distanzlernen wird verlängert

Corona: Distanzlernen wird weiter verlängert - Sachsen-Anhalt öffnet Schulen erst am 1. März

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Schulen werden den derzeitigen Notbetrieb noch bis Ende Februar fortsetzen. Das hat Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung verkündet. „Ich weiß, dass das vielen Eltern Sorgen macht“, sagte er. Die Zahl der Corona-Infektionen lasse aber eine andere Regelung nicht zu. Eine Rückkehr zum Präsenzunterricht soll es erst am 1. März ...

Von Hagen Eichler 02.02.2021, 18:39
Marco Tullner (CDU), Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt,
Marco Tullner (CDU), Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt, ZB

Sachsen-Anhalts Schulen werden den derzeitigen Notbetrieb noch bis Ende Februar fortsetzen. Das hat Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung verkündet. „Ich weiß, dass das vielen Eltern Sorgen macht“, sagte er. Die Zahl der Corona-Infektionen lasse aber eine andere Regelung nicht zu. Eine Rückkehr zum Präsenzunterricht soll es erst am 1. März geben.

Bereits seit Mitte Dezember lernen die Schüler grundsätzlich zu Hause. Ausnahmen gelten für Kinder bis zwölf Jahre, deren Eltern im Beruf unverzichtbar sind, sowie für Abschlussklassen. Bei dieser Regelung soll es auch nach den am Montag beginnenden einwöchigen Winterferien bleiben.

Schulen bleiben bis März geschlossen

Erst Anfang März darf dann die große Zahl der Schüler zurück ins Schulgebäude. Grundschüler sollen ab dann wieder im Regelbetrieb unterrichtet werden, also als vollzählige Klasse. Die Präsenzpflicht werde aber aufgehoben, sagte Tullner. Familien mit gesundheitlicher Gefährdung oder mit Bedenken können ihre Kinder also weiterhin daheim behalten.

Klassen in weiterführenden Schulen sollen ab dem 1. März geteilt werden und je zur Hälfte im Klassenzimmer beziehungsweise aus der Ferne unterrichtet werden. Allerdings stehen alle Aussagen unter dem Vorbehalt stabiler Corona-Infektionszahlen. In Landkreisen, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von 200 überschreiten, wechseln die Schulen sofort in den Distanzunterricht. Umgekehrt gilt: Sinken die Zahlen unter 50, gehen die Schulen in den Normalbetrieb. Diese Regeln waren in Sachsen-Anhalt schon während des ersten Lockdowns im April in Kraft.

Haseloff will Grundrechte allmählich zurückgeben, wenn möglich

Friseuren und anderen körpernahen Dienstleistern stellt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die Öffnung ihrer Branchen in Aussicht. In der kommenden Woche werde die Landesregierung darüber beraten, kündigte der Regierungschef an. Das Wort „Lockerung“ werde er nicht benutzen, sagte Haseloff. Vielmehr gehe es um eine „Lösung nach vorn“. Die Politik müsse verhindern, dass bestimmte Dienstleistungen in die Illegalität getrieben werden. Eine Öffnung unter strikter Aufsicht sei „besser als Friseurpartys, die schon aufgedeckt wurden“.

Die derzeit gültige Corona-Verordnung läuft am 14. Februar aus. Den Rahmen für Einschränkungen in der Folgezeit stecken die Regierungschefs von Bund und Ländern bei einer Beratung am 10. Februar ab. „Dort, wo es möglich ist, werden wir sukzessive die Grundrechte zurückgeben“, sagte Haseloff.

Haseloff: „Wir gehen da tabufrei heran“

Sorgen bereitet der Landesregierung das Auftauchen neuer Varianten des Coronavirus. Gesundheitsstaatssekretärin Beate Bröcker  bestätigte zunächst sieben Fälle: In Halle fielen zwei Infizierte mit der südafrikanischen Variante auf, die britische Mutation B 1.1.7 wurde dreimal in Magdeburg und je einmal in den Landkreisen Stendal und Harz festgestellt. Der Landkreis Wittenberg meldete später einen weiteren Fall. „Wir haben großen Respekt vor den Mutationen“, sagte Bröcker. Drei Prozent aller Tests würden gezielt darauf untersucht, das Ziel seien fünf Prozent. „Nach der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts reicht das aus“, sagte Bröcker.

Ministerpräsident Haseloff bestätigte, dass der von Russland entwickelte und in der EU bislang nicht zugelassene Impfstoff Sputnik V auch in Dessau-Roßlau produziert werden könnte. „Diese Anfrage gibt es“, sagte Haseloff. Das Pharmaunternehmen IDT Biologika arbeitet im Auftrag des Bundes an der Entwicklung eines Impfstoffs. Das Unternehmen sei aber auch Lohnfertiger, sagte Haseloff. „Wir gehen da tabufrei heran. Alles, was nützt, wird unterstützt.“ (mz)

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, spricht auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei zu Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus.
Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, spricht auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei zu Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus.
dpa-Zentralbild