Bundestag

CDU verliert sechs von neun Direktmandaten: SPD gewinnt

In Sachsen-Anhalt verliert die CDU bei der Bundestagswahl stärker als im Bund - und zwei Drittel ihrer Direktmandate. Die Großstädte müssen die Konservativen der SPD überlassen und zwei ländliche Kreise der AfD.

Von dpa 27.09.2021, 06:46 • Aktualisiert: 29.09.2021, 05:37
Das Logo der SPD ist zu sehen.
Das Logo der SPD ist zu sehen. Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Magdeburg - Dreieinhalb Monate nach dem deutlichen Sieg bei der Landtagswahl muss die CDU eine schwere Schlappe hinnehmen. Die CDU erreichte nur 21,0 Prozent und schneidet in Sachsen-Anhalt damit so schlecht ab wie nie zuvor bei einer Bundestagswahl. Strahlender Sieger war auch in Sachsen-Anhalt die SPD, die mehr als 10 Prozentpunkte zulegen konnte und mit 25,3 Prozent der Zweitstimmen fast so erfolgreich war wie im bundesweiten Ergebnis.

Auf Rang drei landete in Sachsen-Anhalt die AfD. Die Partei, die in Sachsen-Anhalt als rechtsextremistischer Verdachtsfall mit nachrichtendienstlichen Mitteln vom Verfassungsschutz beobachtet wird, erreichte 19,6 Prozent der Stimmen und damit denselben Wert wie 2017.

Verbessern konnten sich hingegen neben der SPD auch die FDP und die Grünen. Die FDP bekam 9,5 Prozent der Stimmen, nachdem sie vor vier Jahren 7,8 Prozent erreicht hatte. Die Grünen erreichten mit 6,5 Prozent ihr bestes Ergebnis im Land bisher. 2017 waren es nur 3,7 Prozent gewesen. Stark büßten die Linken ein, die auf gerade einmal 9,6 Prozent kamen. 2017 hatte die Linkspartei mit 17,7 Prozent ein deutlich besseres Ergebnis erzielt.

Auch bei den Direktmandaten musste die CDU ihre Spitzenposition der SPD überlassen: In Magdeburg, Halle, aber auch den ländlichen Wahlkreisen Altmark und Börde - Jerichower Land mussten die CDU-Kandidaten sich ihren sozialdemokratischen Herausforderern geschlagen geben. Die SPD gewannt damit erstmals seit 16 Jahren wieder Bundestagswahlkreise in Sachsen-Anhalt. Die Wahlkreise Mansfeld und Anhalt gingen dagegen erstmals in der Landesgeschichte an die AfD.

Die Wahlbeteiligung ging im Vergleich zur Wahl 2017 minimal zurück. Nach Angaben der Landeswahlleiterin gaben 67,9 Prozent der wahlberechtigten Sachsen-Anhalter ihre Stimme ab. Vor vier Jahren waren es 68,1 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte mehr. Von 1 214 818 Wählerinnen und Wählern wählte 415 118 per Brief - das ist etwa ein Drittel. Vor vier Jahren hatte der Briefwahlanteil in Sachsen-Anhalt bei 17,9 Prozent gelegen.