AfD-Parteitag in Magdeburg

AfD-Parteitag in Magdeburg: Martin Reichardt zum neuen Landeschef gewählt

Magdeburg - Martin Reichardt ist neue Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt.

Von Jan Schumann 09.06.2018, 13:30

Martin Reichardt ist neue Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt. Als einziger Kandidat wurde er am Samstag auf dem Landesparteitag in Magdeburg mit 254 von 310 Stimmen gewählt.

Zuvor hatte Reichardt dem abgetretenen Landeschef André Poggenburg Respekt für die Arbeit der vergangenen Jahre gezollt: „Andre, du hast mit uns Geschichte geschrieben.“ Der Parteitag quittierte dies mit Standing Ovations für Poggenburg. Er war nach einer Hetzrede am politischen Aschermittwoch stark unter Druck geraten und abgetreten.

AfD-Parteitag in Magdeburg: Partei will stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt werden

Reichardt schwor die AfD darauf ein, stärkste politische Kraft in Sachsen-Anhalt zu werden. Die Koalition aus CDU, SPD und Grüne nannte er „unheilige und widersinnige Allianz“, die vor dem Scheitern stehe.

„Jeder konservative Unionspolitiker steht uns näher – wenn er ehrlich ist – als den Grünen“, so Reichardt. Er sprach verächtlich von „unseren linksextremen Ökoablasshändler von Grünen und ihren stalinistischen Schwestern von den Linken“.

Eine entscheidende Wegmarke für die AfD werde die Kommunalwahl 2019 in Sachsen-Anhalt. Die Partei müsse sich „fulminant einziehen“, sich „kommunal verankern“. Reichardts Vize-Vorsitzenden sind seit Samstag Andreas Mrosek und Kay-Uwe Ziegler.   

AfD-Parteitag in Magdeburg: Schwere Vorwürfe gegen Schatzmeister

Zuvor hatte der Parteitag am Morgen heftig über die eigenen Finanzen gestritten. Das Gremium versagte dem Landesvorstand die Entlastung. Zwei Rechnungsprüfer warfen Landessschatzmeister Frank Pasemann unsaubere Buchhaltung vor.

Sie kritisierten fehlende Unterlagen und Belege. Zudem hätten nicht alle Mandatsträger die verabredeten Abgaben gezahlt. Die Entlastung ist auf den kommenden Parteitag vertagt. In der Zwischenzeit soll es eine detaillierte Kassenprüfung geben.

Pasemann verteidigte sich. Die Vorwürfe hätten allein politische Gründe, er solle beschädigt werden. Der Magdeburger ist Bundestagsabgeordneter, sitzt auch im Bundesvorstand. Parteimitglieder hielten dagegen, Pasemann habe ein „Lügenspektakel“ auf dem Parteitag veranstaltet.

Der Bundestagsabgeordnete wurde am Samstagabend zudem als Schatzmeister abgewählt – überraschend unterlag er der bisherigen Rechnungsprüferin Andrea Mähnert, die in der Partei als weitgehend unbekannt gilt.

AfD-Parteitag in Magdeburg: Journalisten sollen einfacher ausgeschlossen werden

Auf dem Parteitag will die AfD in Sachsen-Anhalt einen neuen Landesvorstand wählen. Die Wahl ist auf Samstagabend terminiert.

Zudem schicken sich Teile der Partei an, Journalisten einfacher von Parteitagen auszuschließen. Das sieht eine Satzungsänderung vor, über die am Sonntag abgestimmt werden soll: Demnach seien Parteitage zwar „grundsätzlich“ öffentlich für Pressevertreter, für einzelne Tagesordnungspunkte sollen Journalisten aber laut dem vorliegenden Satzungsentwurf ausgeschlossen werden können. Dafür wäre ein Drittel der Stimmen nötig. (mz) 

Blick auf die Delegierten der Alternative für Deutschland während des Landesparteitag Sachsen-Anhalt.
Blick auf die Delegierten der Alternative für Deutschland während des Landesparteitag Sachsen-Anhalt.
dpa-Zentralbild
Frank Pasemann
Frank Pasemann
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Martin Reichardt ist neuer Landesvorsitzender der AfD.
Martin Reichardt ist neuer Landesvorsitzender der AfD.
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