40 Lokführer fehlen

Abellio mit großen Problemen: Dem Bahnbetreiber fehlen 40 Lokführer

Magdeburg - Das Desaster beim Bahnbetreiber Abellio setzt sich fort: Das Unternehmen hat am Freitag eingeräumt, dass die Probleme größer sind als bislang dargestellt. Abellio hatte Anfang Dezember das sogenannte Dieselnetz Sachsen-Anhalt - und damit 904 Kilometer zusätzlicher Strecke - ...

Von Hagen Eichler 04.01.2019, 19:52

Das Desaster beim Bahnbetreiber Abellio setzt sich fort: Das Unternehmen hat am Freitag eingeräumt, dass die Probleme größer sind als bislang dargestellt. Abellio hatte Anfang Dezember das sogenannte Dieselnetz Sachsen-Anhalt - und damit 904 Kilometer zusätzlicher Strecke - übernommen.

Für den Betrieb fehlen aber noch immer rund 40 Lokführer, räumte der Betreiber am Freitag ein - das sind zehn Prozent des Bedarfs. Diese Lücke werde „erst bis zum Jahresende 2019 geschlossen werden können“, heißt es in einer Mitteilung.

Zuvor hatte Abellio dem Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (Nasa) in einem mehrstündigen Krisengespräch zugesagt, dass spontane Zugausfälle ab Montag der Vergangenheit angehören sollen. Allerdings gibt es dafür Einschränkungen an anderer Stelle. Die Unstrutbahn zwischen Naumburg und Wangen (Burgenlandkreis) fährt weitere Wochen nicht. Stattdessen wird die Strecke mit Bussen bedient.

Probleme bei Abellio: Verbindungen durch Busse ersetzt

Dieses Provisorium sollte ursprünglich am 8. Februar enden, nun ist der 3. März in Aussicht gestellt. Gekürzt wird auch in Anhalt. Die Abendzüge von Dessau (ab 21.02 Uhr) nach Köthen und in der Gegenrichtung (Abfahrt 22.43 Uhr) entfallen und werden ebenfalls durch Busse ersetzt.

Abellio fährt im Auftrag der Nasa und wird vom Land bezahlt. Bei einer Ausschreibung hatte sich die Tochter der niederländischen Staatsbahn gegen den bisherigen Betreiber DB Regio durchgesetzt. Schon vom Tag der Betriebsaufnahme an fielen Abellio-Züge reihenweise aus, etwa auf der wichtigen Strecke von Magdeburg nach Wolfsburg.

„So etwas geht gar nicht“, sagte Nasa-Chef Rüdiger Malter der MZ. Auch das Krisengespräch mit Abellio sei „desillusionierend“ gewesen. Die Nasa werde weiter für ausgefallene Züge nicht zahlen. Weitere Konsequenzen gibt es jedoch nicht, auch keine Kündigung des Vertrags.

Ausgerechnet beim Verlierer der Ausschreibung, der von Abellio abgelösten DB Regio, hat die Nasa angefragt, ob diese nicht auf einzelnen Strecken aushelfen könne. Malter kassierte aber eine Abfuhr. „Das Personal und die Wagen, die bis Dezember auf den Strecken unterwegs waren, sind gar nicht mehr da“, sagte Malter der Mitteldeutschen Zeitung. (mz)