Bund bestätigt Leuchtturmprojekte

Wird der Kohleausstieg für den Saalekreis zum Goldesel?

05.10.2021, 12:25
Der Saalekreis hofft auf viel Geld
Der Saalekreis hofft auf viel Geld (Foto: imago images/Jens Schicke)

Merseburg/MZ/dsk/dd - Der Ausstieg aus der industriellen Nutzung der Braunkohle wird für den Saalekreis zum größten Infrastrukturprogramm der nächsten zwei Jahrzehnte. Bis 2038 fördert der Bund mit milliardenschweren Investitionen den Strukturwandel in den Kohleregionen. 660 Millionen Euro sollen in den Saalekreis und nach Halle fließen. Sechs Leuchtturmprojekte hatten Kreis und Stadt, die in einer gemeinsamen Kommission sitzen, zur Prüfung eingereicht. Nun haben die Vorhaben die wichtigste Hürde genommen - der Bund hat grünes Licht gegeben. 10.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Auf dem Gaspedal bleiben

Der Saalekreis setzt konkret auf die Erweiterung des Chemieparks Leuna, ein Transfer- und Anwendungszentrum in Merseburg sowie ein anwendungsorientiertes Gründerzentrum in Leuna. Um den Bedarf an neuen Ansiedlungsflächen insbesondere für Unternehmen aus dem Bereich der Biochemie zu befriedigen, soll neben dem bestehenden Chemiepark an der B 91 ein neues, etwa 150 Hektar großes Chemiegebiet entwickelt werden.

Auf dem Areal an der Hochschule sollen zwei neue Gebäude entstehen, das Innovative Transfer- und Anwendungszentrum, in dem Fachbereiche und An-Institute in anwendungsorientierten Forschungsbereichen an neuen Verfahren und Produktionsprozessen arbeiten, und das Regionale Digitalisierungszentrum, ein Gründerzentrum für Unternehmen unter anderem aus den Bereichen 3D-Druck und Digitalisierung. Im Chemiepark Leuna wiederum soll ein anwendungsorientiertes Gründerzentrum für junge Unternehmen aus der Biochemie und Bioökonomie entstehen. Errichtet werden sollen Laborflächen und Produktionsanlagen, die von den Firmen gemeinsam genutzt werden können. Dadurch sollen die Kosten für die Entwicklung neuer Verfahren und Produkte gesenkt werden.

Groß statt kleinteilig

„Die schnelle Bestätigung durch den Bund zeigt, dass wir gemeinsam die richtige Strategie erarbeitet haben“, sagte Landrat Hartmut Handschak (parteilos). Statt kleinteilig zu denken, setze man auf große und nachhaltige Projekte, „die hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen“. Der Kreis hatte für die Umsetzung der Projekte im Juli eine Kreisentwicklungsgesellschaft unter Geschäftsführer Tino Haring gegründet.