Energiepark lädt zur Bürgerinfo

Wasserstoffanlage in Bad Lauchstädt: „Wir brauchen die Akzeptanz der Bevölkerung“

Von Robert Briest
Politiker lassen sich am Modell die Funktionsweise des Elektrolyseurs erklären - Archivbild
Politiker lassen sich am Modell die Funktionsweise des Elektrolyseurs erklären - Archivbild (Foto: Robert Briest)

Bad Lauchstädt/MZ - Die Vertreter der am Energiepark Bad Lauchstädt beteiligten Unternehmen schwärmten beim offiziellen Projektstart vergangene Woche gerade von den Möglichkeiten des Wasserstoffs am Standort, als Ministerpräsident Reiner Haseloff mit einer Frage dazwischen grätschte. Gerichtet war sie an Bad Lauchstädts Bürgermeister Christian Runkel (beide CDU): „Sieht Ihre Bevölkerung das genauso?“

Die bei der Energiewende und vor allem dem Aufbau neuer Anlagen für Stromgewinnung aus regenerativen Quellen so zentrale Frage der Akzeptanz, sie brachte das Stadtoberhaupt kurz ins Stocken. „Schwierig“, lautet die erste Reaktion. Dann spannte Runkel den Bogen zu Projekten wie der geplanten Therme: „Man muss zeigen, dass Strukturwandel auch in eine andere Richtung geht.“ Dann könnten die Bürger vielleicht mit den acht zusätzlichen Windrädern zu den vorhandenen 40 um die Goethestadt leben.

Die acht Anlagen, die nördlich der A 38 entstehen sollen, werden mit 120 bis 166 Metern Nabenhöhe zu den größten der Region zählen. Deshalb hatte es bereits unter anderem vom Delitzer Ortsbürgermeister Jörg Homann Kritik gegen das Pilotprojekt zur Produktion und Speicherung von grünem Wasserstoff gegeben.

„Wir brauchen die Akzeptanz der Bevölkerung“

Bei den daran beteiligten Unternehmen weiß man um die Bedeutung der Stimmung vor Ort: „Wir brauchen die Akzeptanz der Bevölkerung“, sagte etwa Cornelia Müller-Pagel, Verantwortliche für grüne Gase beim Gaskonzern VNG. Sie kündigte deshalb bereits für den 2. Oktober, einen Samstag, eine Bürgerinformationsveranstaltung auf dem Gelände der VNG zwischen Bad Lauchstädt und Teutschenthal an. Dort, wo künftig auch der Elektrolyseur für die Aufspaltung des Wassers in seine Bestandteile entstehen soll.

Das Firmenkonsortium befindet sich derzeit noch in Vorbereitung des Termins. Fest steht bereits, dass es drei Zeitfenster für die Besucher geben soll. Anmeldungen für die Veranstaltung sind ab 17. September über die Website energiepark-badlauchstaedt.de möglich.

Die Betreiber gehen zudem noch einen weiteren Weg, um den Kommunen die Windräder in Sichtweite schmackhaft zu machen. Die Goethestadt und Teutschenthal sollen an den Stromeinnahmen beteiligt werden. Die Rede war zuletzt von insgesamt bis zu 250.000 Euro pro Jahr.