„Hätte fast jubeln können“

Warum die Haushaltsbilanz in Bad Lauchstädt trotz Pandemie überraschend gut ausfällt

Von Von Robert Briest
Bad Lauchstädt
Bad Lauchstädt (Foto: Katrin Sieler)

Bad Lauchstädt/MZ - „Als ich die Zahl gehört habe, hätte ich fast jubeln können. Damit hätte man vor einem Jahr angesichts der Situation nicht gerechnet, zumal wir ja auch bei den Investitionen voll durchgezogen haben“, erklärte Günter Teichmann im jüngsten Finanzausschuss der Goethestadt Bad Lauchstädt. Was deren Ausschusschef an den Rand der Euphorie trieb, war das Jahresergebnis 2020, das Kämmerin Regina Perlich vorgestellt hatte. „Wir haben im ordentlichen Ergebnis fast eine Punktlandung hingelegt.“

Das Minus im Etat von über zwölf Millionen Euro lag am Ende lediglich bei 17.000 Euro. „Das ist fast wie eine schwarze Null“, resümierte Perlich. Denn durch die Pandemie sind den Kommunen Einnahmen vor allem aus der Gewerbesteuer weggebrochen. Doch das Land habe die fast vollständig übernommen, die Stadt auch bei den ausgefallen Kitabeiträgen durch Schließzeiten unterstützt.

„Land und Bund haben viel versprochen und viel gehalten“

Auch Teichmann lobte: „Land und Bund haben viel versprochen und viel gehalten. Ich will nicht ausrechnen, wo wir gelandet wären, wenn die Zusagen nicht gekommen wären.“ In kleinem Maße zum glimpflichen Ausgang des Haushaltsjahres 2020 beigetragen haben auch geringere Ausgaben etwa durch den Ausfall der beiden großen Feste, Brunnenfest und Christkind’l-Markt, im Vorjahr.

Im Finanzausschuss ging es allerdings auch um aktuelle Mehrkosten, namentlich für den fast fertigen Anbau am Sportlerheim in Schafstädt. Der dort geschaffene vor allem für die Fußballer gedachte Sanitärtrakt kostet 91.000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Insgesamt gibt die Stadt für die Maßnahme nun inklusive erhaltener Fördermittel knapp 600.000 Euro aus.

Bürgermeister Christian Runkel (CDU) verteidigte die städtischen Planungen im Hauptausschuss: Gerade bei Anbauten sei es schwierig im Vorfeld so zu planen, dass es während des Baus keine Änderungen mehr gibt. Zum Anbau hatte es unter den Räten in der Vergangenheit durchaus kritische Stimmen. Denn die Fußballabteilung der SV Germania hat derzeit lediglich eine Alte-Herren-Mannschaft.