Vogelfreunde Mücheln

Vogelfreunde Mücheln: Engagiert für Tiere und Mitmenschen

Mücheln - Die Vogelfreunde in Mücheln gibt es schon seit den 60er Jahren. Sie bemühen sich um die Zucht exotischer Vögel, aber auch um das Wohl ihrer Mitmenschen.

Von Michael Bertram 19.08.2018, 10:00

Wer Karsten Reichenbecher zu Hause besucht, der kann sich gedanklich gut in den tropischen Regenwald versetzen. Aus mehreren Ecken auf dem Grundstück des Müchelners zwitschert und tiriliert es. Einer der Vögel, die Reichenbecher züchtet, macht mit einem herrlich verdrehten „Guuuuuuuck“ die Besucher auf sich aufmerksam, während ein Papagei am Gitter des über zwei Meter hohen Käfigs hochklettert und mit dem spitzen Schnabel am Draht nagt.

„Zu dem Hobby kam er durch seinen Vater“, sagt er. Auch der habe bereits Vögel gezüchtet. „Ich selbst habe dann mit 13 angefangen, die Tiere zu züchten, mit Wellensittichen begann es damals.“

Diverse exotische Arten sind auf Reichenbechers Grundstück vorhanden

Dabei ist es längst nicht geblieben. Diverse exotische Arten sind auf Reichenbechers Grundstück vorhanden. 60 Tiere habe er in seinem Besitz. „Allein das Füttern der Vögel dauert rund eine Stunde am Tag“, berichtet der 57-Jährige, während er vorsichtig einen noch relativ jungen Goldbugpapagei in seinen Händen hält.

Neugierig verdreht der Vogel mit seiner türkisfarbenen Brust den Kopf und knabbert an den Fingern seines Besitzers, der seine Leidenschaft in Mücheln mit anderen Vogelzüchtern teilt. Seit 1961 gibt es nämlich schon die im Verein zusammengeschlossenen Vogelfreunde. 18 Mitglieder zählt der Verein, dem Reichenbecher vorsteht. Einige der Züchter sind noch vergleichsweise jung.

Vogelfreunde Mücheln: Zukunft des Vereins dürfte für die nächsten Jahre gesichert sein

Die Zukunft des Vereins dürfte für die nächsten Jahre also gesichert sein. Gezüchtet werden unter anderem Finken, Waldvögel, Großsittiche und verschiedene Papageienarten, wie Rechenbecher erzählt. Im November veranstaltet der Verein zudem wieder eine eigene Vogelschau in der Stadt. „Wir treffen uns am Totensonntag, um die schönsten Tiere zu präsentieren“, kündigte Reichenbecher an.

Aber nicht nur, wenn es direkt um die Zuchtvögel geht, engagieren sich die Mitglieder ganz aktiv in der Stadt. Als in der vergangenen Woche der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes mit dem Blutspendemobil Station machte, durften die Vereinsmitglieder nicht fehlen. Mehr als ein halbes Dutzend kam, um Lebenssaft bereitzustellen.

Konserven fehlen insbesondere bei den seltenen Blutgruppen

Der ein oder andere registrierte sich zugleich in der Stammzellspenderdatei, um beispielsweise an Leukämie erkrankten Menschen zu helfen. „Das ist doch selbstverständlich“, sagte Reichenbecher, als er das Blutspendemobil zusammen mit seinem Vereinskollegen Marcel Holletzek betrat und auf einer der Liegen Platz nahm.

Begeistert von dem Engagement, das die mit ihren orangefarbenen Vereinsshirts bekleideten Vogelzüchter zeigten, war auch Andrea Dieling, die Chefin des DRK-Ortsverbands. Gerade jetzt in der Ferien- und Sommerzeit sei es wichtig, Blut zu spenden. Die benötigten Konserven würden insbesondere bei den seltenen Blutgruppen fehlen, sagte sie. „Die Bereitschaft des Vereins ist deshalb nur zu begrüßen.“ (mz)