Umweltschutz alarmiert

Umweltschutz alarmiert: Nitratbelastung in der Saale zu hoch

Merseburg - Die Umweltschutzorganisation VSR-Gewässerschutz beklagt zu hohe Nitratwerte in der Saale.

Wie gut sind die Werte? Harald Gülzow bei Arbeiten im Labormobil des VSR-Gewässerschutzes.

Die Umweltschutzorganisation VSR-Gewässerschutz beklagt zu hohe Nitratwerte in der Saale. Der in Geldern (Nordrhein-Westfalen) ansässige Verein verweist in einer Mitteilung am Mittwoch auf eine Messfahrt, die er im März 2017 vom Mittellauf in Thüringen bis zu Mündung in die Elbe bei Barby unternommen hat und deren Auswertung nun vorliegt.

Zu hohe Nitratwerte in der Saale: Grundwasser ist stark belastet

In Bad Dürrenberg und Merseburg wurde dabei eine Belastung von 18,2 beziehungsweise 17,8 Milligramm pro Liter gemessen. Das sind zwar die niedrigsten Werte der Fahrt gewesen, aber immer noch zu hoch, so ein Sprecher. „Wir sollten bei zwölf liegen.“

VSR-Gewässerschutz stelle bei Grundwassermessungen in weiten Bereichen stark nitratbelastetes Grundwasser fest. „Die intensive Landwirtschaft führt zudem dazu, dass die Saale in vielen Bereichen von Ackerflächen umgeben ist. Es fehlen Auen, welche die Nährstoffe aus dem Saalewasser herausfiltern können“, heißt es in der Mitteilung.

Besonders hoch sei die Belastung mit 26 Milligramm pro Liter in Saalfeld in Thüringen gewesen. Durch Zuflüsse von Schwarza oder Ilm verringere sie sich bis auf 21,8 Milligramm im Raum Naumburg und nach dem Zufluss der Unstrut auf 18,5 Milligramm pro Liter bei Weißenfels.

Auch in Halle ist die Nitratkonzentration geringfügig erhöht

Trotz der Zuflüsse von Laucha (23,5 Milligramm) bei Schkopau und Weißer Elster (21,4) komme es schließlich bis Halle nur zu einer geringfügigen Erhöhung der Nitratkonzentration auf 18,9 Milligramm pro Liter. „In diesem Bereich liegt mit der Saale-Elster-Aue eine große Auenlandschaft“, so der Verein. Die Flussauen seien „natürliche biologische Flächenkläranlagen, welche die Nährstoffe aus dem Saalewasser entnehmen.“ An der Saalemündung bei Barby liegt der Wert laut Verein bei 18,4 Milligramm.

„Unsere Messwerte belegen, dass Naturschutzflächen zu einer Verbesserung der Wasserqualität führen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Daher fordere der Verein weitere Renaturierungsmaßnahmen. „Aber auch die Nitratbelastung im Grundwasser muss gesenkt werden.“ Es bedürfe eines Umdenkens bei Landwirten und landwirtschaftlichen Verbänden. (mz)