Um Großprojekte zu stemmen

Saalekreis gründet Entwicklungsgesellschaft für den Strukturwandel in der Region

Sieben Mitarbeiter für die Zukunft.

Von Robert Briest
Der Saalekreis bekommt in dieser Woche seine eigene Entwicklungsgesellschaft für den Strukturwandel.
Der Saalekreis bekommt in dieser Woche seine eigene Entwicklungsgesellschaft für den Strukturwandel. (Foto: imago/Jochen Tack)

Merseburg/MZ - Der Saalekreis bekommt in dieser Woche seine eigene Entwicklungsgesellschaft. Ein Dreivierteljahr war deren Gründung von der Verwaltung vorbereitet worden, vergangene Woche gab der Kreistag nun mit deutlicher Mehrheit grünes Licht. Bereits am Mittwoch steht der Notartermin an, um den Eintrag der GmbH ins Handelsregister vorzunehmen, wie Tino Haring erklärt: „Ziel ist es, die Gesellschaft so schnell wie möglich in die Lage zu versetzen, Fördermittel zu beantragen.“

Räumlichkeiten und Personal für Entwicklungsgesellschaft gesucht

Den Weg dahin soll Haring bereiten. Er ist der Beteiligungsmanager des Kreises, also etwa für das kommunale Basedow-Klinikum oder die Entsorgungsgesellschaft EGS zuständig. Nun kommt die Aufgabe des Gründungsgeschäftsführers für die neue Entwicklungsgesellschaft, die eine hundertprozentige Tochter des Saalekreises wird, hinzu: „Es geht darum, das Unternehmen zum Laufen zu kriegen, Räumlichkeiten zu finden und Personal.“ Letzteres wird wohl die schwierigere Aufgabe, schließlich schaffen auch viele der Nachbarn in der Region gerade ähnliche Strukturen oder erweitern bestehende. Fachleute sind also sehr gefragt. Haring ist trotzdem optimistisch: „Wir haben hier zum Glück eine Hochschule, die über gute Kontakte verfügt.“

Den Zweck der neuen Entwicklungsgesellschaft hatte Landrat Hartmut Handschak (parteilos) im Kreistag nochmals umrissen: Sie soll helfen, den Strukturwandel erfolgreich zu meistern und möglichst effizient zur Verfügung stehende Fördermittel in den Kreis zu holen. „Die Gesellschaft ist nötig, weil wir es nicht schaffen mit unseren Mitarbeitern, solche Großprojekte zu stemmen.“ So soll sich die GmbH zum einen um die Planung und Umsetzung der drei „Leuchtturmprojekte“ BioeconomyHub in Leuna, Erweiterung des Chemiestandorts Leuna jenseits der B91 und den Merseburger Innovationscampus kümmern. Zum anderen soll sie die Kommunen bei Beantragung, Umsetzung und Abrechnung eigener Vorhaben unterstützen.

Warten auf Fördermittel

Dafür soll die neue Gesellschaft künftig fünf Projektmanager beschäftigen sowie einen Geschäftsführer und dessen Assistenz. Die Stellen will sich der Kreis aus dem Stark-Programm fördern lassen. Diese Fördermittel müssten zunächst bewilligt werden, erst dann könne man ins Auswahlverfahren für die Mitarbeiter gehen, erklärt Haring, der damit rechnet, dass das Geld erst in zwei bis vier Monaten zur Verfügung steht. „Ich hoffe, dass wir dann bis zum Jahresende wenigstens eine Mindestpersonalausstattung haben.“ Dann könnte die neue Gesellschaft mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen.