Saalekreis reagiert auf Stiko-Empfehlung

Patienten können Impfstoff mischen - genügend Dosen vorhanden

Patienten, die als Erstimpfung das Präparat von Astrazeneca erhalten haben, können für eine bessere Immunisierung beim zweiten Mal Biontech erhalten.
Patienten, die als Erstimpfung das Präparat von Astrazeneca erhalten haben, können für eine bessere Immunisierung beim zweiten Mal Biontech erhalten. (Foto: Bernd Weißbrod/dpa)

Merseburg - Sechs Monate lang war die Impfkampagne gegen Covid-19 im Saalekreis geprägt durch einen Mangel. Den Mangel am wichtigsten Zubehör: dem Impfstoff selbst. Doch dieser Engpass scheint nun zumindest, was das Impfzentrum des Kreises angeht, behoben zu sein: „Es sieht gut aus“, sagt die zuständige Dezernentin Christina Kleinert: „Wir werden regelmäßig beliefert, vor allem mit Biontech. Wir bekommen aber auch immer wieder mal Lieferungen von Astrazeneca oder Johnson & Johnson zusätzlich angeboten.“ Angesichts der Versorgungslage sei es kein Problem die Überkreuzimpfungen anzubieten.

Früherer Termin möglich

Kleinert spielt damit auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) aus der Vorwoche an, dass Patienten, die als Erstimpfung das Präparat von Astrazeneca erhalten haben, für eine bessere Immunisierung beim zweiten Mal Biontech erhalten sollen. Die habe man im Impfzentrum umgesetzt, in dem man diejenigen, die zum zweiten Terminen kamen, gefragt habe, ob sie denselben Impfstoff wollen wie beim ersten Mal oder Biontech. Viele wollten letzteres, berichtet die Dezernentin. Es habe aber auch eine überraschend hohe Anzahl an Patienten gegeben, die nicht wechseln wollten. Bei den Unter-60-Jährigen setzt der Kreis auch weiterhin vorrangig auf Biontech.

Die Stiko hatte zusätzlich empfohlen, dass bei den Überkreuzimpfungen die zweite Dosis nach mindestens vier Wochen erfolgen soll. Für jene, die beim ersten Termin im Impfzentrum Astrazeneca erhalten haben, wäre das dennoch deutlich früher, denn der Kreis verimpft dieses Vakzin bisher mit einem Abstand von zwölf Wochen. Die Zweitimpfungen werden laut Kleinert nun jedoch nicht automatisch vorgezogen: „Wir schreiben niemanden an. Aber es melden sich schon viele, die eine Erstimpfung mit Astrazeneca hatten, von allein, die kriegen, wenn es die Kapazitäten hergeben, dann einen früheren Termin.“

Kaum „Impf-Schwänzer“ im Saalekreis

Derzeit scheint jedoch auch das nicht das Problem zu sein. Es gäbe immer noch ein paar freie Termine, sagt die Dezernentin. Teilweise würden auch wieder neue frei, weil gebuchte Zweittermine abgesagt würden. Das in der politischen Debatte gebrauchte Label der „Impfschwänzer“ scheint in diesen Fällen allerdings deplatziert. Denn nach Einschätzung des Kreises läuft die Absage in den wenigsten Fällen darauf hinaus, dass die Patienten nur bei einer halben Immunisierung bleiben.

Vielmehr hätten sie sich die zweite Dosis oft schon bei ihren Hausärzten geholt, die im Zweifelsfall nicht so strikt die langen Fristen zwischen den Terminen gehalten hätten. „Die meisten Leute sagen zudem auch Bescheid, dass sie nicht kommen.“ Angesichts der verbesserten Impfstoffversorgung denkt der Saalekreis mittlerweile auch darüber nach, öfter Impfungen ohne Termin anzubieten, so wie es in dieser Woche bereits für Astrazeneca der Fall war.