„Auch die Zeitarbeit boomt wieder“

Jobcenter Saalekreis vermeldet Rekordzahlen

Von Robert Briest
Agentur für Arbeit
Agentur für Arbeit (Foto: dpa)

Merseburg/MZ - Bei musikalischer Neigung könnte Gert Kuhnert, Geschäftsführer des Jobcenters des Saalekreises, derzeit singen: „Grün, grün, grün sind alle meine Zahlen“. Denn tatsächlich ist die Entwicklung sehr positiv. Alle statistischen Werte haben sich gegenüber dem Vorjahr und dem Vormonat verringert, sei es die Zahl der Arbeitslosen im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters oder die der alleinerziehende Leistungsempfänger.

Zwei der wichtigsten Werte haben dabei mittlerweile sogar Rekordtiefs erreicht: „Wir haben die niedrigste Zahl an Bedarfsgemeinschaften, die wir je hatten und die niedrigste Zahl an erwerbsfähigen Leistungsbeziehern“, erklärte Kuhnert. Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften im Kreis, also der Haushalte, die Hartz-IV erhalten, lag mit 6.996 im Juni erstmals unter der Marke von 7.000. Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten gab es mit nun mehr 8.862 ein Minus von über zehn Prozent gegenüber dem Juni 2020.

„Auch die Zeitarbeit boomt wieder.“

„Wenn man bedenkt, welche Zeit wir hinter uns haben, war das nicht zu erwarten. Es ist ein Zeichen, dass wir einigermaßen gut durch die Krise gekommen sind“, resümierte Kuhnert. Die Zahl der Hartz-IV-Anträge sei in den vergangenen zwölf Monaten auch nur ein einziges Mal nach oben gegangen, das sei im vergangenen Mai gewesen. Optimistisch stimmt den Geschäftsführer auch, dass die Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften wieder zugenommen hat. „Auch die Zeitarbeit boomt wieder.“ Es gäbe eine Mengen von Arbeitsangeboten auf dem Markt, auch immer noch für Anlern- und Helfertätigkeiten.

Kuhnert stellte zudem fest, dass die Einarbeitungsbereitschaft der Betriebe gestiegen ist. Sie sind also bereit, auch unqualifizierte Arbeitskräfte anzulernen. „Das heißt aber nicht, dass sie weniger Anspruch an Leistung haben, sie stellen sich jedoch darauf ein, die Bewerber zu unterstützen.“

Zusätzliche Unterstützung erhalten im August auch 2.900 Kinder und Jugendliche im Saalekreis, die in Bedarfsgemeinschaften leben. Sie erhalten einen Freizeitbonus in Höhe von 100 Euro. Wie Kuhnert erklärte sei dieser Teil des vom Bund beschlossenen Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“. „Dieser Bonus muss nicht extra beantragt werden“, betonte der Geschäftsführer. Er werde an alle Berechtigten automatisch ausgezahlt.