Holger Stahlknecht in Lochau

Holger Stahlknecht in Lochau: „Warum nicht: ,Sachsen-Anhalt ist das bessere Bayern?'“

Lochau - Innenminister Holger Stahlknecht unterstützt Amtsinhaber Andrej Haufe im Bürgermeisterwahlkampf.

Von Robert Briest 27.09.2018, 13:00

Der Bürgermeisterwahlkampf in Schkopau hat zweieinhalb Wochen vor dem Urnengang an Fahrt aufgenommen. Nicht nur mehren sich die Bilder der vier Kandidaten an den Lichtmasten der Gemeinde, sondern auch die Termindichte nimmt zu. Amtsinhaber Andrej Haufe (CDU) war etwa am Mittwochnachmittag in Lochau zu Gast und hatte sich dorthin prominente Unterstützung eingeladen. Neben dem Landtagsabgeordneten Frank Bommersbach war auch Landesinnenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) an die Elster gekommen.

In einem kurzen Eingangsstatement attestierte er Haufe pflichtgemäß, einen guten Job gemacht zu haben. Der 64-Jährige habe es verdient, wiedergewählt zu werden. Stahlknecht erklärte den gut zwei Dutzend Gästen im Saal, die Aufgabe des Bürgermeisters sei es, die Heimat vor Ort zu gestalten. Mit Blick nicht nur auf die Kommune, sondern das ganze Land forderte er, die Leute sollten mehr Selbstbewusstsein für das in den vergangen 30 Jahren Erreichte haben: „Warum sagen wir nicht mal: ,Sachsen-Anhalt ist das bessere Bayern’?“

Beim Thema Fluglärm verwies Stahlknecht auf die laufende Novellierung des Lärmschutzgesetztes

Dann zog er sich auf die Rolle als Eis essender Sidekick zurück und überließ das Mikrofon überwiegend dem Gastgeber und den Fragen der Anwohner. Die drehten sich vor allem um Klassikerthemen in Schkopau: Verzögerungen beim Breitbandausbau etwa, den Fluglärm oder die Belastung durch den Verkehr, der über Lochau, Raßnitz Richtung B6 rollt. Haufe macht den Fragestellern wenig Hoffnungen auf Verkehrsberuhigungen auf der Strecke, dafür sei die Zahl der Fahrzeuge mit 2.000 pro Tag zu niedrig.

Beim Thema Fluglärm verwies er etwa auf die laufende Novellierung des Lärmschutzgesetztes. Innenminister Stahlknecht versprach zudem, den Wunsch nach mehr passivem Lärmschutz durch den Flughafen mit dem Ministerpräsidenten zu besprechen, schließlich ist das Land Miteigentümer des Leipziger Flughafens.

Auch ein weiterer Schkopauer Klassiker kam zur Sprache

Auch ein weiterer Schkopauer Klassiker kam zur Sprache: der von Burgliebenauern geforderte Radweg nach Lochau. Der steht zwar auf einer Prioritätenliste des Landes, allerdings erst hinter Platz 60. Haufe verwies nun darauf, dass die Gemeinde auf eigenen Kosten schon eine Planung veranlasst und an die Landesstraßenbaubehörde geschickt habe, in der Hoffnung, dass diese das Projekt irgendwann mal zwischenschiebt. Stahlknecht warb derweil um Verständnis, dass das Verkehrsministerium die Radwege anhand einer punktebasierten Prioritätenliste abarbeitet.

Neben Haufe streben bei der Wahl am 14. Oktober drei Mitbewerber das Bürgermeisteramt in Schkopau an. Für die SPD geht der frühere Landtagsabgeordnete Patrick Wanzek ins Rennen. Die Linke tritt mit Michael Teske an. Zu dem bewirbt sich Einzelkandidat Torsten Ringling um die Gunst der Wähler. Diese können den Kandidaten bei WZ-Wahlforum am 4. Oktober auf den Zahn fühlen. Zuvor gibt es bereits diesen Freitag ab 19 Uhr im Kulturgarten Döllnitz eine Vorstellung der Bewerber. (mz)