Die Familienpraxis

Farnstädt hat wieder eine Ärztin

Farnstädt hat wieder eine Ärztin: Claudia Schlesier hat die umgebauten Räume im ehemaligen Gemeindehaus bezogen – und ihre drei Töchter mitgebracht.

Von Von Anke Losack
Bürgermeister Frank Mylich überbrachte Claudia Schlesier zur Eröffnung der Praxis   Blumen.
Bürgermeister Frank Mylich überbrachte Claudia Schlesier zur Eröffnung der Praxis Blumen. (Foto: Anke Losack)

Farnstädt/MZ - „Ich muss mich erstmal sammeln“, sagt Medizinerin Claudia Schlesier am Donnerstagvormittag. Zwischen ihren Patienten kommen auch immer wieder Gratulanten in ihre neue Praxis und überbringen mit Blumen oder Präsentkörben Glückwünsche zum Einzug. Schlesier, die zuletzt vier Jahre lang in Querfurt praktizierte, ist seit dem 1. Juli in der Eislebener Straße 26 in Farnstädt tätig. Die Gemeinde ließ dafür umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im ehemaligen Gemeindehaus durchführen und investierte rund eine Viertelmillion Euro, damit die Ärztin hier einziehen kann. Farnstädt hatte seit Jahren keinen Allgemeinmediziner mehr im Ort.

„Es sind alle total begeistert, wie es hier geworden ist“, berichtet Claudia Schlesier dem Bürgermeister Frank Mylich (parteilos), der ihr am Donnerstag eine Topfpflanze als „kleine Aufmerksamkeit“ der Gemeinde überbrachte. Er ist froh, dass die Umbau- und Sanierungsarbeiten, die nach der Unterschrift des Mietvertrages im vergangenen September vom Gemeinderat in Gang gebracht wurden, nach sieben Monaten planmäßig abgeschlossen werden konnten. Einen großen Anteil daran hätten die ausführenden Firmen und das Bauamt der Verbandsgemeinde Weida-Land, zu der Farnstädt gehört. „Normen Krebs vom Bauamt hat hier als Hauptplaner einen Mega-Job gemacht. Er hat das mit viel Ruhe koordiniert“, berichtet der Bürgermeister. Die Räume wurden grundlegend - von den Decken über die Fußböden, die elektrische Anlage, die Heizung bis hin zu einer neuen behindertengerechte Toilettenanlage - saniert.

„Der Bürgermeister hat großen Anteil“

Claudia Schlesier findet, dass die Räume fantastisch geworden sind. „Der Bürgermeister hat großen Anteil daran, er hat sich sehr engagiert. Als ich mit ihm damals hier rein bin, hat er vielleicht gedacht, wir gehen rückwärts wieder raus. Aber eigentlich habe ich gleich gesehen: Das kann das Wartezimmer werden, das kann das Sprechzimmer und das das Labor sein.“ Diese drei Zimmer liegen direkt nebeneinander. Dass die Anmeldung „ausgelagert“ ist, sich im Eingangsbereich befindet, sei vorteilhaft, findet die Fachärztin für Allgemeinmedizin, die ihre Praxis als Familienbetrieb führt.

An der Anmeldung ist Tochter Franziska, Medizinische Fachangestellte, tätig und im Labor arbeitet Tochter Pauline, die ausgebildete Krankenschwester und Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (Verah) ist. Letztere fahre auch viele Hausbesuche. An die hundert Patienten würden insgesamt besucht, erklärt die Ärztin, die zudem noch Tutorin für ihre Tochter Gwendolin ist, die über das Landarztprogramm Medizin studiert und hin und wieder in der Praxis der Mutter anzutreffen ist.

Warum der Standort Farnstädt?

Ein einheitliches Farbkonzept gebe es in ihrer Praxis nicht, sagt Claudia Schlesier über die Gestaltung bei einem kurzen Rundgang. „Jeder hat sich den Raum, in dem er arbeitet, so gestaltet, dass er sich drin wohlfühlt.“ Viele neue Möbel wurden für die Praxis angeschafft. Wiedererkennen könnten Patienten aber einige Bilder an den Wänden: Die Ölbilder von „Mani-Kunst“ aus Landsberg habe sie aus der Praxis in Querfurt mitgenommen. „Sie haben in das Farbkonzept reingepasst.“ Außerdem, berichtet Schlesier, hat die Künstlerin für die neue Praxis in Farnstädt drei neue Aquarelle gemalt. Diese hängen im Wartezimmer und zeigen die Farnstädter Kirchen sowie das Wasserschloss.

Die Ärztin sagt, sie habe sich für den Standort Farnstädt entschieden, weil sie gerne mit ihrer Praxis aufs Dorf wollte. Sie habe Patienten aus Querfurt und Ortschaften, aus dem Allstedter Ortsteil Winkel und den Eisleber Orten Osterhausen und Rothenschirmbach. Farnstädt liege da ungefähr in der Mitte, meint sie und verweist darauf, dass direkt vor der Tür der Praxis der Bus hält und es am Haus Parkplätze für Autos gibt. Wie Bürgermeister Frank Mylich am Donnerstag mitteilte, wird die Gemeinde weiteres Geld in die Hand nehmen und einen Lift am Hauseingang anbauen lassen. Es gehe darum, zum Beispiel Patienten mit Rollator den Gang in die Praxis zu erleichtern.

Die Praxis ist telefonisch zu erreichen unter 034776/90 91 86 und per Fax unter 034776/90 91 93.