Landrat gibt Perspektive

„Ein Unding“ - Warum Sporthallen im Saalekreis im Sommer teils dicht bleiben

Von Robert Briest
Rischmühlenhalle in Merseburg
Rischmühlenhalle in Merseburg (Foto: Katrin Sieler)

Merseburg/MZ - Er habe das erst für einen Witz gehalten, als er gehört habe, dass die kreiseigenen Sporthallen im Sommer wieder geschlossen werden sollen, klagte Hans-Ulrich Walther am Mittwoch im Kreistag. Doch das war es nicht. Aus Sicht des Mitglieds der SPD-Fraktion ist das „ein Unding“. Schließlich seien die Sporthallen wegen Corona über Monate hinweg zwangsweise geschlossen gewesen. Jugendliche und Erwachsene hätten sie nicht nutzen können. Erst Mitte Juni konnten die Vereinssportler wieder hinein.

Die zuständige Sozialdezernentin Annett Hellwig bestätigte im Kreistag, dass die Nutzung in den Sommerferien wieder eingeschränkt wird. Als einen Grund nannte sie Verträge zur Reinigung der Hallen. Wenn der Kreis die absagen würde, könnten die Reinigungsfirmen klagen. Zudem seien die Sommerferien nun mal auch die Haupturlaubszeit der technischen Kräfte, also etwa der Hausmeister.

Eine kontinuierliche Öffnung der Hallen sei daher nicht möglich, sagte Hellwig und versprach: Man wolle sie aber auch nicht komplett verschließen. „Wir haben uns die Hallen ausführlich angeguckt und sind mit dem Landrat überein gekommen, dass wir die Sportverein fördern wollen.“ Konkret dürfte das wohl auf eine zeitweise Öffnung auf Anfrage hinauslaufen.

„Vereine sollen sich beim Landkreis melden, dann werden individuelle Lösungen gefunden“

So beschreibt es zumindest Steffi Meyer, Geschäftsführerin des Kreissportbundes. Dort sieht man die Hallenproblematik nicht so gravierend wie Walther. Man habe mit Stefan Bareither, Sachgebietsleiter für Bildung, Kultur und Sport des Kreises, gesprochen: „Die Vereine sollen sich beim Landkreis melden, dann werden individuelle Lösungen gefunden“, sagte Meyer.

Die größte der 17 kreiseigenen Sport- und Turnhallen wird in den Ferien allerdings ganz sicher keinen Platz für Leibesübungen bieten. Die Rischmühlenhalle in Merseburg dient nach wie vor als zentrales Impfzentrum des Saalekreises. Allerdings bot Landrat Hartmut Handschak (parteilos) den Sportlern eine Perspektive: „Wir werden die Rischmühlenhalle nach derzeitigem Stand bis Ende September betreiben. Dann planen wir, die Halle zurückzubauen, um sie endlich wieder für Schul- und Vereinssport zur Verfügung zu stellen.“ Man wolle dann andernorts niederschwellige Impfangebote schaffen.

Der Kreistag billigte am Mittwoch auch die überplanmäßigen Ausgaben für die Impfkampagne. Der Betrieb des Impfzentrums sowie die Arbeit der mobilen Teams wird den Kreis nach derzeitigen Kalkulationen im laufenden Jahr 3,2 Millionen Euro kosten. Allerdings wird dieser Betrag komplett vom Land erstattet.