Pfleger für Grünflache gesucht

Droht die ehrenamtliche Initiative „Natürlich Mücheln“ das Aus?

Aus der Initiative, die die Begrünung des Kreisels am See-Bahnhof in Mücheln 2019 unter ihre Fittiche nahm, ist nur noch eine Mitstreiterin übrig.

Von Diana Dünschel
Der Kreisel am Bahnhof/See in Mücheln braucht dringend mehr pflegende Hände. Foto: Diana Dünschel

Mücheln - Im Oktober 2019 wurde in Mücheln der Kreisverkehr am Bahnhof/See von Mitarbeitern des Bauhofs neu mit Wildpflanzen gestaltet. Das Konzept dazu stammte von der frisch gegründeten Initiative „Natürlich Mücheln - gemeinsam für Biene, Schmetterling & Co.“ Ihre Mitstreiter übernahmen fortan die Pflege. Doch nun drohte das ehrenamtliche Projekt zu scheitern. Die Stadt will darum jetzt mithelfen, dieses Eingangstor zu Stadt und Geiseltalsee-Hafen zum Hingucker zu machen.

Hoher Pflegeaufwand für eine Person: Tierfreundliche Begrünung soll dennoch weitergeführt werden

Grund für aktuelle Schwierigkeiten bei der Fortführung der Pflege war, dass sich die ursprünglich beteiligten Personen nach und nach zurückgezogen hatten. Die Initiative an sich gibt es nicht mehr. Die letzte verbliebene Mitstreiterin informierte nun bei einem Vor-Ort-Termin die MZ, dass sie als Einzelperson aufgrund des großen Pflegeaufwands diese Arbeit nicht mehr fortführen könne. Sie habe zwar viel Zuspruch bekommen, doch niemand sei bereit, dauerhaft mitzuwirken. Die Stadtverwaltung habe sie über ihre Entscheidung informiert. Damit wäre der Bauhof für den Kreisel verantwortlich.

Grün ist das Rondell in den anderthalb Jahren seit der Anpflanzung geworden, keine Frage. Auch blüht gerade einiges und sorgt für bunte Farbtupfer. Zu dem, was ursprünglich gepflanzt wurde, ist bis zum vergangenen Herbst mit weiteren 200 Knollen auch Neues hinzugekommen. Geachtet wurde dabei nach wie vor auf insektenfreundliche Pflanzen, aber auch auf Bodendecker, um das Unkraut in Schach zu halten.

Gegen die Verlotterung: Letztes Mitglied des Projekts will Entwicklung Grünfläche vorantreiben

Doch die Pflanzen wachsen an diesem Standort deutlich langsamer und längst nicht so üppig wie in manchem Garten. Unter der Trockenheit im heißen Sommer haben sie deutlich gelitten. Da waren die Kanister mit Wasser, die die Hobbygärtnerin in ihrem Auto von Zuhause aus heranschaffte, nur der wortwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Dazu kommen Schäden durch rücksichtslose Kraftfahrer, die auch schon mal die Rabatte zerfahren.

Neben ständiger Pflege, damit nichts wieder verlottert, schätzt die übrig gebliebene Mitstreiterin aber auch ein, dass man die weitere Entwicklung der Grünfläche noch „lenken“ müsse. Die Stadt reagierte auf ihren Hilferuf. Es gab ein Gespräch mit einem konkreten Hilfsangebot, teilte Bauamtsleiter Steffen Keller am Mittwoch mit. Daraufhin sei die Frau bereit, den Kreisel weiter unter ihre Fittiche zu nehmen. Bei einem weiteren Termin in der kommenden Woche sollen dann ganz konkrete Maßnahmen der Stadt festgelegt werden. (mz)